40 Prozent der Deutschen gehen nicht zur Vorsorge

Krebs ist die zweithäufigste Todesursache in Deutschland: Jedes Jahr sterben mehr als 200.000 Menschen daran, 450.000 erkranken neu.

Dennoch gehen 40 Prozent der Deutschen nicht zu Krebs-Früherkennungsuntersuchungen.

Das ergab eine Forsa-Studie* der DAK. Anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar ruft die Kasse deshalb zu mehr Eigenverantwortung bei der Krebsvorsorge auf.

Gesunde Lebensweise kann Krebs verhindern

„Krebs ist nicht immer eine Schicksalskrankheit“, sagt DAK-Ärztin Elisabeth Thomas. „Jeder entscheidet selbst, ob er raucht oder stundenlang ungeschützt in der Sonne brät. Bestimmte Krebsarten lassen sich durch gesunde Lebensgewohnheiten vermeiden.“

Als Hauptursachen für eine Krebserkrankung gelten: Rauchen, erhöhter Alkoholkonsum, gravierendes Übergewicht und zu hohe Sonnenbelastung. Um Krankheiten vorzubeugen, treiben laut DAK-Studie 80 Prozent der Deutschen regelmäßig Sport, 78 Prozent trinken wenig Alkohol und 77 Prozent ernähren sich gesund. 68 Prozent geben an, der Gesundheit zu Liebe nicht zu rauchen.

Hohe Überlebenschancen vor allem im Anfangsstadium

Doch nicht nur gesunde Lebensgewohnheiten, auch die regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen gehören zur Vorbeugung. „Je früher Krebs erkannt wird, desto besser kann er bekämpft werden“, sagt Thomas. „Gerade im Anfangsstadium, wenn der Krebs noch keine Metastasen gebildet hat, bestehen gut Chancen, die Krankheit in den Griff zu bekommen.“

Vor allem Jüngere fürchten sich

Laut Forsa-Studie ist Krebs die am meisten gefürchtete Krankheit: 73 Prozent der Deutschen haben Angst davor. Verbreitet ist dieses Gefühl mit 80 Prozent vor allem bei den 14- bis 44-Jährigen. Im Alter nimmt die Angst zwar ab, das Risiko, Krebs zu bekommen, steigt jedoch.

„Die abnehmende Angst erklärt sich vielleicht auch daraus, dass die Älteren häufiger zur Früherkennung gehen als Jüngere“, so Thomas. Dreiviertel der 45- bis 59-Jährigen und rund 70 Prozent der über 60-Jährigen gehen regelmäßig zur Vorsorge. Bei den 30- bis 44-Jährigen sind es nur 59 Prozent.

Auffällig ist der Unterschied wieder einmal bei den Geschlechtern: Dreiviertel der Frauen lassen sich regelmäßig untersuchen, aber nur 46 Prozent der Männer.

Keine Praxisgebühr bei Vorsorgeuntersuchungen

Für Frauen übernehmen die Krankenkassen Krebs-Früherkennungsuntersuchungen bereits ab 20 Jahren, für Männer ab 35. Praxisgebühren fallen für diese Vorsorgemaßnahmen nicht an.

Überblick der Krebs-Vorsorgeuntersuchungen

Frauen:

  • Ab 20 Jahren: Jährliche Untersuchung der Gebärmutter und der Geschlechtsorgane
  • Ab 30 Jahren: Untersuchung der Brust durch Abtasten
  • Ab 35 Jahren: Alle zwei Jahre Hautkrebs-Screening
  • Ab 50 Jahren: Alle zwei Jahre Mammographie-Screening
  • Ab 50 Jahren: Untersuchung des Darms
  • Ab 55 Jahren: Darmspiegelung alle zehn Jahre

Männer:

  • Ab 35 Jahren: Alle zwei Jahre Hautkrebs-Screening
  • Ab 45 Jahren: Jährliche Untersuchung der Prostata und der äußeren Geschlechtsorgane
  • Ab 50 Jahren: Untersuchung des Darms
  • Ab 55 Jahren: Darmspiegelung alle zehn Jahre

*Das Forsa-Institut führte für die DAK vom 11. bis 29. Oktober 2010 eine bundesweite repräsentative Befragung von 3015 Männern und Frauen durch.

Quelle: DAK
Foto: DAK/Wigger

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