Bisse vom Hund und Katze gefährlich

catRund 8 Millionen Katzen und mehr als 5 Millionen Hunde leben in deutschen Haushalten. Bei allem harmonischen Miteinander zeigen Stubentiger und Bello manchmal auch Zähne und Krallen:

30.000 bis 50.000 Bissverletzungen zählen Gesundheits- und Versicherungswesen pro Jahr. Besonders häufig sind Kinder betroffen.

Das Problem: Bei leichten Verletzungen unterschätzen viele Eltern die Infektionsgefahr. Dabei gilt: „Mehr als die Hälfte aller Katzenbisse entzünden sich. Bei Hundebissen sind es immerhin noch 10 Prozent“, sagt Stephanie Grabs, Allgemeinmedizinerin und DAK-Expertin.

Sie empfiehlt: „Bisswunden unter fließendem Wasser auswaschen, dann steril abdecken und verbinden. Auf jeden Fall sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Der Impfpass muss mit in die Praxis – so kann der Arzt klären, ob der Impfschutz ausreicht.“

Arztbesuch beugt Wundinfektion vor
Hat ein fremdes Tier zugeschnappt, spielt der Impfstatus eine besonders wichtige Rolle: Die Keime im Tierspeichel können neben Wundstarrkrampf auch Tollwut auslösen. Anders als beim eigenen Vierbeiner kann bei fremden Haustieren nicht immer in Erfahrung gebracht werden, ob diese gegen Tollwut geimpft sind. Daher sollte der Arzt gleich nachimpfen, falls Verdacht auf Tollwut besteht oder kein Tetanusschutz vorliegt.

Gegen Entzündungen helfen Verbände mit desinfizierender Salbe. In vielen Fällen verordnet der Arzt auch vorbeugend ein Antibiotikum. Achtung ist bei Verletzungen an Händen, Füßen und Gelenken geboten: „Hier erwischen Zähne und Krallen schnell einmal eine Sehne“, sagt Stefanie Grabs. „Am besten lagert man das verletzte Glied bis zur Behandlung möglichst hoch.“

Blutvergiftung – Warnsignal „roter Strich“?

Entzündete Bisswunden führen unbehandelt im schlimmsten Falle zu einer Blutvergiftung (Sepsis). Entgegen der weit verbreiteten Annahme ist ein roter Streifen auf der Haut von der Wunde aus kein Zeichen für eine Blutvergiftung.

Das Symptom deutet auf eine Entzündung der Lymphgefäße hin. Im Gegensatz zur Sepsis handelt es sich dabei um eine örtliche Entzündung. Da sich daraus jedoch eine Blutvergiftung entwickeln kann, sollte die Lymphangitis rasch behandelt werden. Zu den Hauptsymptomen einer Blutvergiftung zählen Fieber, schnelle und flache Atmung, beschleunigter Herzschlag und Verwirrung.

Beim geringsten Verdacht auf eine Blutvergiftung gilt: Sofort zum Arzt!
Richtiger Umgang mit Hund und Katze
Auch vertraute Hausgenossen schnappen unter Stress schon einmal zu. Eltern sollten ihren Kindern daher frühzeitig vermitteln, mit Tieren respektvoll und besonnen umzugehen. Einige grundlegende Verhaltensregeln helfen dabei:

Kinder sollten ihre tierischen Kameraden in Ruhe fressen lassen und auch nicht überraschend im Schlaf streicheln oder aus dem Körbchen heben. Fremde Hunde dürfen Kinder nur anfassen, wenn der Besitzer zustimmt.

Damit das Tier sich mit dem fremden Geruch vertraut machen kann, lässt man es vorsichtig an der Hand schnuppern. Bei Katzen ist es hilfreich, aufmerksam auf die Körpersprache zu achten – zu langes Streicheln mögen sie zum Beispiel nicht. Schnell setzt der schnurrende Freund dann die Krallen ein, um wieder seine Ruhe zu haben.

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