Darmkrebs – eine Volkskrankheit ?

Darmkrebs ist mit 400.000 neu diagnostizierten Fällen und 200.000 Toten pro Jahr die zweithäufigste Krebsart in der EU.

In Deutschland sterben jedes Jahr etwa 27.000 Menschen an Darmkrebs, ca. 69.000 Neuerkrankungen kommen hinzu.

Die Europäische Gastroenterologie Vereinigung spricht in diesem Zusammenhang sogar von einer regelrechten Darmkrebsepidemie in Europa.

Ursache seien eine höhere Lebenserwartung, Übergewicht sowie Nikotin- und Alkohol-Missbrauch.

Das Darmzentrum Ortenau, ein Zusammenschluss aller an Diagnose und Behandlung des Darmkrebses beteiligten Einrichtungen des Ortenau Klinikums, informiert im Rahmen der „Landesinitiative Baden-Württemberg gegen Darmkrebs“ sowie des Darmkrebsmonat März der Felix Burda Stiftung zu Möglichkeiten der Vorsorge und Behandlung.

„Vor allem Früherkennungsmaßnahmen können dazu beitragen, die Krankheit erfolgreich zu behandeln“, so Dr. Uwe Pohlen, der an der Fachklinik Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie des Ortenau Klinikums Offenburg-Gengenbach als Chefarzt tätig ist.

Wegen der verhältnismäßig langsamen Entwicklung und gut entdeckbarer Vorstufen sind Früherkennung und Heilungsmöglichkeiten bei Darmkrebs-Erkrankungen deutlich besser als bei anderen Krebsarten. Die Teilnahmeraten an Vorsorgeuntersuchungen waren in Deutschland nach Untersuchungen der Kassenärztliche Bundesvereinigung in den letzten Jahren mit 8 – 10 % der Anspruchsberechtigten jedoch noch relativ gering.

Darmkrebs – eine Volkskrankheit?

Etwa 6 % aller Deutschen – fast 5 Millionen Menschen – müssen damit rechnen, an Darmkrebs zu erkranken. Eine Ursache hierfür ist unausgeglichene und ungesunde Ernährung. Besonders Menschen, die regelmäßig fettreiche und faserarme Kost zu sich nehmen, weisen ein erhöhtes Erkrankungsrisiko auf.

Auch eine familiäre Häufung von krebsartigen Leiden oder das Vorhandensein anderer Darmkrankheiten können als Anzeichen einer erhöhten Erkrankungswahrscheinlichkeit gedeutet werden.

Gefahrenpotential von Darmerkrankungen

„Darmerkrankungen sollte man stets ernst nehmen und medizinisch untersuchen lassen“, so Dr. Pohlen. So stehen auch chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa im Verdacht, auf die Entwicklung des Kolorektalen Karzinoms einen negativen Einfluss zu nehmen.

„Bei beiden Erkrankungen ist die Darmtätigkeit der Betroffenen durch einen Entzündungsprozess eingeschränkt. Sie leiden unter häufigen Durchfällen und Schmerzen im Unterbauch sowie unter Fieber, Gewichtsverlust und Abgeschlagenheit.“ Je früher solche Erkrankungen erkannt werden, desto besser und vielfältiger sind die möglichen Behandlungsansätze.

Vorsorgeuntersuchungen

In den meisten Fällen entsteht Darmkrebs aus zunächst gutartigen Gewebeveränderungen. Je früher diese Gewebeveränderungen der Darmschleimhaut festgestellt werden, desto größer sind die Heilungschancen. Wichtig ist daher die Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen wie etwa der Darmspiegelung (Koloskopie). Entartete Darmpolypen können auf diese Weise erkannt und anschließend operativ entfernt werden.

Neuste Studienergebnisse stützen den Nutzen: Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg konnten nachweisen, dass fortgeschrittene, gefährliche Vorstufen von Darmkrebs seltener bei Menschen auftraten, die sich innerhalb der letzten zehn Jahre einer Darmspiegelung unterzogen hatten.

Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie am Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach (www.darmerkrankungen-ortenau.de)

Aufgrund des breiten Leistungsspektrums, der Größe der Abteilung und der fortschreitenden Spezialisierung wird die 75 Betten umfassende Fachklinik am Standort Offenburg Ebertplatz, die auch Teil des Darmzentrums Ortenau ist, gemeinsam durch Dr. Bernhard Hügel und Privatdozent Dr. Uwe Pohlen geleitet.

Beide Chirurgen haben unterschiedliche Schwerpunkte – gemeinsam umspannen sie das breite operative Spektrum dieser Fachklinik, in der 21 Ärztinnen und Ärzte, 33 Pflegekräfte und acht Mitarbeiterinnen im Medizinisch Technischen Dienst tätig sind.

Der Allgemeinchirurgie zugehörig ist das Wundzentrum. Ein Versorgungsschwerpunkt ist die Kolorektale Chirurgie (Dickdarm/Mastdarm), z. B. schließmuskelerhaltenden Operationen bei Mastdarmkrebs mit Vor- und Nachbehandlung. Die Fachklinik bietet neben stationären Operationen auch ambulante Eingriffe unter Einsatz modernster, sehr sanfter Operationsverfahren: minimal-invasiv, laparoskopisch, endoskopisch. Bei der sogenannten Schlüssellochchirurgie werden über kleine Schnitte von nur etwa fünf Millimetern Größe spezielle Instrumente und eine Miniaturkamera in das Operationsgebiet eingeführt. Zu den Vorteilen der sanften Operationsverfahren zählen eine Verminderung der Wundschmerzen, kleine Narben und ein kurzer Aufenthalt im Krankenhaus.

Über das Ortenau Klinikum

Das Ortenau Klinikum ist ein Baden-Württembergischer Klinikverbund mit neun Klinikstandorten und insgesamt 1.800 Planbetten. Mit rund 5.000 Mitarbeitern zählt das Ortenau Klinikum deutschlandweit zu den 100 größten Arbeitgebern in der Gesundheitsbranche. Träger ist der Ortenaukreis. Jährlich werden hier 75.000 Patienten stationär behandelt. Und jährlich erblicken 3.500 Babys in den Ortenauer Kreißsälen das Licht der Welt.

Quelle Text und Bild: www.ortenau-klinikum.de

 

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