Der PSA-Test in der Kritik

Der Nachweis des Prostata-Spezifischen Antigens (PSA) im Blut hat bekanntlich ein Grundproblem: es gibt keinen exakten Grenzwert, bei dem Mann krank ist oder gesund.

Ein PSA-Test kann also falsch positiv, positiv, negativ oder falsch negativ ausfallen.

Es kann sein, dass der Test positiv ist, obwohl kein Karzinom vorliegt. Möglich ist dies zum Beispiel bei einer Entzündung der Prostata oder einer benignen Hyperplasie.

Oder im schlimmsten Fall wird ein vorhandenes Karzinom nicht entdeckt, weil der Test anhand der Grenzwerte nicht reagiert.

Die Folgen dieses Problems: Entweder werden zu viele Tumoren nicht erkannt oder aus gesunden Männern kranke Männer gemacht, die dann natürlich auch behandelt werden.

Neuer Urin-Test – eine Entscheidungshilfe

Hoffnung setzen einige Experten, etwa der renommierte Urologe Professor Gerald L. Andriole von der Universität von Washington, auf einen molekulargenetischen Urin-Test, den PCA3-Test. Mit diesem Test steht erstmals ein spezifischer molekulargenetischer Test zur Verfügung, bei dem Zellen der Vorsteherdrüse aus einer Urinprobe analysiert werden.

Entwickelt wurde der Test (Progensa™) von dem kalifornischen Biotechnologie-Unternehmen Gen-Probe mit Sitz in San Diego. In Deutschland wird der Test zum Beispiel vom Heidelberger Labor Limbach angeboten.

Der Preis für Selbstzahler ist hoch und beträgt 330 Euro, was für einen molekulargenetischen Test in der Onkologie durchaus üblich ist, so heißt es zumindest auf der Webseite der Laborbetreiber.

Zum Vergleich: Der PSA-Test als Screening-Methode kostet für Selbstzahler (IGeL) weniger als 50 Euro.

Da stellt sich die Frage für jeden Mann: entweder ein sicherer und teuren Test machen und sicher sein oder einen billigen unsicheren Test machen und das Glasorakel befragen.

Viele Ärzte sind der Meinung, dass Männer ungern zu Vorsorge gehen, da sie sich ungern einen Finger in den Po stecken lassen zwecks Tastuntersuchung der Prostata. Dabei kann erfahrener Urolge sehr wohl anhand dieser Untersuchung viel erkennen.

Bei dieser Untersuchung läuft meistens Prostatasekret aus, was einige schon für einen Samenerguss halten. Oder viele bekommen eine Erektion und das ist ihnen unsagbar peinlich, man könnte ja für homosexuell gehalten werden.

Solange das alles „Tabuthema“ ist, wird sich mit der Vorsorge nicht viel ändern. Die, die regelmässig zur Vorsorge kommen, sind wahrscheinlich alle homosexuell.

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