Diese Nummern sind gefährlich: 131 135 137 90

Nach den Reaktorunfällen in Fukushima ist auch in Deutschland die Diskussion um die potenzielle Gefährlichkeit der Atomkraft wieder aufgeflammt.



Laien haben oft das Gefühl unzureichend informiert zu sein. Plutonium? Iod? Cäsium?

Welche Zerfallprodukte des Urans wirklich gefährlich werden können, erklären die nächsten fünf Absätze.

Warum sind manche Isotope gefährlich und andere nicht?



Bei der Kernschmelze des Urans gelangen verschiedene Spaltprodukte in die Umwelt. Flüchtige Spaltprodukte können über die Luft in den Nahrungskreislauf gelangen. Viele schwerere Partikel bleiben jedoch in der Nähe des Kraftwerks und sind nur für die dort ansässige Bevölkerung gefährlich.

Die radioaktiven Stoffe können über den Magen-Darm-Trakt in den Körper gelangen, aber ebenso den Fettfilm der Haut. Einige Radionukliotide werden vom Körper nicht resorbiert und ohne Schaden anzurichten ausgeschieden. Die resorbierten radioaktiven Substanzen lagern sich in unterschiedlichen Organen des Körpers an und verbleiben unterschiedlich lange im menschlichen Körper. All diese Unterschiede entscheiden über die Gefährlichkeit des Stoffes.

Iod-131

In den Medien wird am häufigsten das Iod-131 genannt. Während des regulären Betriebs des Reaktors sammelt sich dieses Iod-Isotop zwischen den Brennstäben an. Im Störfall entweicht es oft als erste radioaktive Substanz und gelangt über Milch und Milchprodukte in den menschlichen Körper.

Dort sammeln sich die Isotope in der Schilddrüse. Kaliumiodidtabletten, die in Unfallsituationen verteilt werden, sollen diese Anreicherung verhindern. Iod-131 zerfällt im Körper relativ schnell und richtet nur etwa acht Tage lang Schäden an. Die Beta-Strahlung kann aber gerade bei Kindern und Jugendlichen Schilddrüsenkrebs auslösen. Die prophylaktischen Kaliumiodid-Tabletten unnötig zu nehmen, kann zu Symptomen der Schilddrüsenüberfunktion führen.

Caesium-134 und Caesium-137

Diese Isotope gelangen über Milch, Pilze und Wildfleisch in den menschlichen Körper. Durch die Ähnlichkeit zum Calcium wird es im Darm resorbiert und reichert sich im Muskelgewebe an. Es hat eine bedeutend längere Halbwertszeit als Iod-131 und ist länger im Körper gefährlich.

Strontium-90

Das Isotop wird zwar zu 70-80 % wieder vom Körper ausgeschieden, bindet sich aber besonders stabil mit Knochengewebe. Dort zerfällt sie fast 50 Jahre in gefährlichem Maße durch Aussendung von Elektronen und kann Leukämie und Knochentumore auslösen .

Medizinisch ist es fast unmöglich Strontium-90 mit Komplexbildnern aus den Knochen zu entfernen. Das körpereigene Calcium bindet deutlich leichter mit diesen Komplexbildnern als das Strontium und wird so auch eher ausgeschieden.

Plutonium

Dieser Stoff ist ein besonders aktiver Alpha-Strahler und löst bereits im Mikrogrammbereich Krebs aus. Besonders in der Lunge können extreme Schäden angerichtet werden. Dieses Isotop kommt aber nur in der absoluten Nähe der Kraftwerke vor.

Bild: iStockphoto.com / © Jaap Hart
Quellen: Wikipedia, Doccheck News,



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