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Ein Jahr Freizeit im Sabbatjahr – und dann?

40-5-30 – das sind die Zahlen die unseren Arbeitsalltag bestimmen: vierzig Stunden in fünf Tagen mit dreißig Tagen Urlaubsanspruch. Irgendwo dazwischen bringen wir Urlaub, Familie, Freizeit und Lebensplanung unter. Im Bermuda-Dreieck zwischen Kindern, Arbeit und Hausbau bleibt wenig Zeit für Sinnfragen oder Erholung. Burn-Out prangert über vielen Köpfen und das Sabbatjahr scheint die sehnsüchtig erwartet Lösung zu sein.



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Auszeit vom Beruf soll Krankheiten vorbeugen und Erholung schaffen.

Ein Jahr Sabbatical – wie geht das?

Ein Jahr lang nichts tun, nur reisen und entspannen, so oder so ähnlich stellen sich viele Arbeitnehmer ihre Auszeit vor. Vor allem unter Beamten ist es relativ einfach, ein Sabbatjahr einzulegen. Aber auch immer mehr Arbeitgeber räumen ihren Beschäftigten Arbeitszeitmodelle ein, die drei bis zwölf monatige Pausen vorsehen. Erst wird für weniger Geld gearbeitet und dafür gibt es in der Auszeit dann Lohnfortzahlung und die Zusicherung des Arbeitsplatzes. In Ländern wie Finnland wird das Sabbatjahr sogar von staatlichen Stellen gefördert.

Was du heut‘ kannst besorgen…

Doch zwölf Monate sind schneller vorbei als man meint und plötzlich war es das mit all den Träumen. Wichtig, um das Sabbatjahr wirklich sinnvoll zu nutzen, ist deshalb die richtige Planung. Soll nicht heißen, dass Sie vorab sklavisch alles durchtakten müssen. Ein grobes Gerüst mit Zielen reicht schon aus, um den Alltag nicht auf dem Sofa zu verträumen.

Sie wollen verreisen?

12 Monate um die Welt oder wochenlang durch Südamerika reisen – das ist das Ziel vieler im Sabbat-Jahr. Am besten buchen Sie sich rechtzeitig die Flugtickets und legen so bereits den Ausgangspunkt fest. Die weitere Reiseroute kann dann auch vor Ort von Ihnen spontan festgelegt werden. Planen Sie Zeitpuffer ein, falls Sie spontan etwas länger an einem Ort verweilen wollen. Auch Ihre Finanzierung sollte Luftpolster haben: immer nur das billigste macht kein Jahr lang Spaß und Ihre Spontanität wird auch beeinträchtigt.



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Backpacking ist günstig und praktisch, wenn es Sie für ein Jahr in die Ferne zieht.

Direkt vom Beruf an den Flughafen kann zwar reizvoll sein, aber auch stressig. Gönnen Sie sich erst einmal zwei Wochen daheim, in denen Sie die Reise planen und die Ausrüstung organisieren oder zum Start den richtigen Rucksack finden, falls es auf Backpacking-Tour gehen soll. Genießen Sie die Zeit, in der Sie stundenlang nach Tipps und Trick im Netz suchen und Ratgeber lesen. Es gab auch schon Arbeitnehmer, die die stressige Planung noch während der Berufstätigkeit angingen und dann vor lauter Stress die ganze Reise wieder absagten. Deswegen: ein oder zwei Wochen zu Beginn Ihres Sabbatjahres dürfen auch zum „Runterkommen“ genutzt werden.

An was vor der Reise gedacht werden muss

Haus, Katze und Auto: was geschieht in der Zeit eigentlich damit? Machen Sie sich vorab Gedanken über Miete, Wohnnebenkosten, Telefon, Vereinsbeiträge oder auch die Leasingraten für ein Auto oder ähnliches. All das brauchen Sie im Ausland nicht und spart Ihnen Geld, wenn Sie rechtzeitig handeln. Die Wohnung kann untervermietet und beim Verein über eine Aussetzung der Zahlungen verhandelt werden.

Und die Familie?

Sitzen daheim Ehepartner und Kinder, dann ist ein Jahr auf Reisen natürlich schwierig zu verkaufen. Wahlweise haben Sie Glück und Ihr Partner kann sich ebenfalls die Auszeit leisten oder aber die Schulferien müssen ausreichen zum Reisen. Das sind im Jahr immerhin auch mehrere Wochen und im Sommer gute zwei Monate.

Daheim bleiben und dann?

Reisen ist nicht jedermanns Sache und Entspannung finden viele auch im Umbau des Hauses oder einer Weiterbildung. Kein Thema: suchen Sie sich etwas für Ihre Auszeit, das Ihnen Spaß macht und Ihnen Erholung verschafft. Wichtig ist nur, dass auch hier ein wenig Struktur mitschwingt. Bei einer Weiterbildung sind das die Präsenzstunden und das Lernen, beim Ausbau des Hauses könnten Sie sich ein festes Arbeitspensum pro Tag vornehmen. Zwar stresst uns im beruflichen Alltag zu viel Struktur, doch ganz ohne verlieren viele Menschen den Überblick über die Zeit. Und Sie wollen die Auszeit ja bewusst genießen und nicht nur an sich vorbei streichen lassen!

Infos zum Sabbatjahr

  • Erfunden haben es die Amis, doch auch die Nordeuropäer sind gut darin
  • In Deutschland gibt es kein gesetzliches Recht auf ein Sabbatjahr, allerdings räumen immer mehr große Unternehmen wie etwa Siemens ihren Mitarbeitern ein Recht auf Auszeit ein
  • Finanziert wird das Sabbatjahr entweder durch vorher geleistete Überstunden oder durch Verzicht auf Lohn – etwa mehrere Jahre nur 75% des Lohns erhalten und den Rest für das Sabbatjahr ansparen
  • Im offiziellen Sabbatjahr zahlt der Arbeitgeber die Sozialversicherung weiter; allerdings müssen Sie für Ihre Auslandskrankenversicherung sorgen
  • Schlauer Tipp aus dem Stern: Auszeit auf Juli bis Juli legen und Steuern sparen

Bilder: woaiss, shutterstock.com / Zaboo, shutterstock.co,



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