Erfolgreiche Replantierung von Hoden in Österreich

Erfolgreiche Replantierung von Hoden in Österreich

Erstmals in Österreich wurde am vergangenen Wochenende in dem Klinikum Klagenfurt erfolgreich die Replantation von zwei abgetrennten Hoden durchgeführt. Peter Sternig, Oberarzt der Urologie des Klinikums Klagenfurt spricht von einer Sensation.

In der Nacht auf Sonntag war ein 49 jähriger Mann aus Oberkärnten per Hubschrauber in das Klinikum geflogen worden und dort sieben Stunden von einem Ärzteteam bestehend aus Spezialisten von Unfallchirurgie und Urologie operiert worden.

Aus bisher ungeklärten Gründen hatte sich der Mann laut Aussagen des medizinischen Leiters Bernd Stöckl selbst mit einem Messer beide Hoden abgetrennt.

Die sieben Stunden dauernde Operation des Mannes, bei der beide Hoden replantiert werden konnten, sei ein voller Erfolg gewesen. „Wir sind zuversichtlich, dass der Mann weiterhin zeugungsfähig sein wird und dass die Hormonproduktion auch gewährleistet ist“, so Oberarzt Peter Sternig. Der Patient befinde sich derzeit noch auf der Intensivstation, so der Oberarzt der Urologie weiter.

„Wir haben eine neue Methode zur Replantation aus China angewendet, die sehr gut funktioniert“, erläuterte der Gefäßchirurg. Die linke Arterie habe nur einen Durchmesser von 1,2 Millimeter, die der rechten Hoden sogar nur 0,8 Millimeter. Nach der Operation sind beide wieder angenähte Hoden gut durchblutet. Wesentlich für den erfolg sei auch die kurze Zeit zwischen der Verständigung der Rettungskräfte und dem Eintreffen des 49 jährigen Patienten in dem Klinikum Klagenfurt gewesen.

Nach Aussagen des Urologen beträgt die Überlebenschance der Hoden für die Produktion von Spermien nur sechs Stunden, für die Produktion von Hormonen sind es zehn Stunden. In den Hoden wird 95 Prozent des Hormons Testosteron produziert.

Es ist das erste Mal, dass in Österreich erfolgreich gleich beide Hoden erfolgreich replantiert wurden. Europaweit ist dies erst das zweite Mal, dass eine derartige Operation durchgeführt wurde.

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