Gehirn-Doping durch Pillen ?

Immer mehr Menschen versuchen, ihre Hirnleistung mit so genannten Neuro Enhancern zu Höchstleistungen anzutreiben.

„Neuro Enhancement“ bezeichnet das Einnehmen von Medikamenten zur Steigerung der Arbeitsleistung.

Doch eigentlich gibt es gar keine Medikamente, die für diesen Zweck entwickelt wurden.

Viele Studenten, Manager und inzwischen auch Schüler greifen daher zurück auf verschreibungspflichtige Medikamente, die normalerweise gegen Demenz, ADHS oder Schlafkrankheit eingesetzt werden.

Werden solche Pillen von Gesunden eingenommen, werden diese kreativer, können sich besser konzentrieren und mehr lernen.

Methylphenidat (z.B. Ritalin) zur Konzentrations-Steigerung, Modafinil (z.B. Vigil) bei Schichtarbeiter-Syndrom oder Jetlag, Betablocker wie Metoprolol gegen Prüfungsangst, Antidementiva zur Steigerung der kognitiven Leistung und Amphetamine um die Leistungsfähigkeit zu erhöhen.

Ob Neuro Enhancer die Leistung gesunder Menschen überhaupt steigern können, ist bis heute nicht erwiesen, ihre Nebenwirkungen sind aber bekannt: Sie beginnen bei harmlosen Kopfschmerzen und reichen von Schlaflosigkeit über Herzrhythmusstörungen bis hin zu Halluzinationen und Angstzuständen. Langzeitfolgen bei Gesunden sind noch nicht erforscht.

Natürliche Alternativen

Effektives Zeitmanagement: Geistige Hochphasen wie die Morgenstunden werden zum Lernen genutzt, während natürlicher Tiefphasen wie zum Beispiel nach dem Mittagessen wird entspannt.

Sport: „Joggen und Inlineskaten bauen aktiv Stresshormone ab und fördern das kreative Denken“, empfiehlt DAK-Pressesprecher Frank Meiners.

Ernährung: Frisches Obst, Gemüse und komplexe Kohlenhydrate sind das optimale Brainfood. Die Denkleistung fördern unter anderem Erd- und Walnüsse (mit ungesättigten Fettsäuren und Vitamin B1), Fisch und Algen (dank Jod und Omega-3-Fettsäuren), sowie Rind und Lamm, Geflügel, Bohnen und Linsen (wichtige Eisenlieferanten).

Alltags-Doping: Kaffee regt das zentrale Nervensystem an und steigert für ca. zwei Stunden die Aufmerksamkeit. Kaugummi steigert durch die Muskelbewegung die Gedächtnisleistung um 20 Prozent. Flavonoide aus dunkler Schokolade verbessern die Hirndurchblutung für bis zu drei Stunden.

Quellen:

Medienservice_August2009_Arzneimittelmissbrauch.pdf
http://www.nature.com/news/2008/080409/full/452674a.html
http://www.gehirn-und-geist.de/artikel/1007755
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,657868,00.html

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