Gynäkomastie: Wenn Männer unter ihrer Brust leiden

Manche Männer leiden unter vergrößerten Brustdrüsen, in der Fachsprache „Gynäkomastie“ genannt. Die weiblich wirkende Brust kann das Selbstbewusstsein ankratzen: Saunagänge sind auf einmal mit Schamgefühlen begleitet, Schweißausbrüche begleiten den Strandurlaub. Wie kann „mann“ wieder zur Normalität zurückkehren?

Liegt wirklich eine Gynäkomastie vor?

Manchmal bilden sich gewölbte Brüste nicht durch vermehrtes Drüsengewebe, sondern sie sind schlicht und einfach die Folge starken Übergewichts. Dann ist Sport und eine Ernährungsumstellung die beste Medizin. Das gilt auch, wenn sich die Betroffenen nicht mehr ins Fitnessstudio trauen, weil sie ihren Oberkörper gerne hinter luftigen Pullovern verstecken. Eine kalorienarme Ernährung mit viel Obst und Gemüse und ein regelmäßiges Sportprogramm werden die weiblich wirkende Brust wieder männlich aussehen lassen.

Hormonpräparate und Operationen

Nur der Facharzt kann feststellen, ob es sich tatsächlich um eine Gynäkomastie handelt. Dann ist der Hormonhaushalt etwas durcheinander gekommen: Zu viele weibliche Hormone zirkulieren im Blut und regen die Brustbildung an. Dann verordnen manche Mediziner Hormonpräparate, um das Gleichgewicht zwischen Testosteron und Östrogenen wiederherzustellen. Dabei sollten jedoch mögliche Nebenwirkungen beachtet werden.
Auch chirurgische Eingriffe sind eine Möglichkeit, um überschüssiges Fett- oder Drüsengewebe zu entfernen. Der Arzt entscheidet zusammen mit dem Patienten, welche Lösung die beste ist.

Nachhaltige Behandlungen

Eine Operation behandelt jedoch nur das Symptom. Der Ursache der Gynäkomastie muss man durch nachhaltige Behandlungen beikommen. Die Umstellung der Ernährung wird das Übergewicht längerfristig reduzieren und dafür sorgen, dass sich das Fettgewebe nicht erneut bildet. Sind bestimmte Medikamente Schuld an der Gynäkomastie, sollten diese nach Möglichkeit abgesetzt werden. Eventuell finden sich andere Arzneimittel, die weniger Nebenwirkungen mit sich bringen.
Wenn eine große Brust Leid mit sich bringt, kann auch die Psyche ein Hebel sein, um das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern. Lernen die Betroffenen, sich nicht über ihr Äußeres zu definieren und sich so zu akzeptieren, wie sie sind, kann auch eine weiblich wirkende Brust das Selbstbewusstsein nicht schmälern.

Foto: Robert Kneschke / Shutterstock

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