Indoor-Grillen | © panthermedia.net / Zorka Vuckovic

Indoor-Grillen wird immer beliebter – worauf ist zu achten?

Grillen und BBQ (Barbecue) – zwei Segmente, in denen seit Jahren ein stetes Wachstum zu verzeichnen ist. Fürs Grillen geht die klassische Saison von Mai bis September. Und immer mehr Bundesbürger scheinen zur Grillzange zu greifen. Zumindest legen dies Zahlen aus der Vergangenheit nahe. Beispiel: 2012 „vergrillte“ Deutschland laut Statistischem Bundesamt 243.000 Tonnen Grillkohle. 2007 lag die Zahl der verbrauchten Grillkohle noch bei unter 160.000 Tonnen. Was befeuert den Trend? Auf der einen Seite ist mit dem Kugelgrill und dem Smoker ein Trend aus den USA nach deutlich geschwappt, der vom Credo „low & slow“ lebt. Nicht ohne Grund bezeichnet die Grillszene das Grillen als das neue Kochen.


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Auf der anderen Seite ist die Vielfalt bei der Hardware in den letzten Jahren erheblich gewachsen. Mittlerweile geht die Saison für eingefleischte Grillfans – und es muss nicht nur Fleisch sein – vom 01. Januar bis zum 31. Dezember. Ganzjähriges Grillen an frischer Luft auch bei minus 10 Grad Celsius – nicht jedermanns Sache. Kein Wunder, dass in einer YouGov Umfrage 18 Prozent der Befragten angaben, mit Strom zu grillen. Wer auf Holzkohle verzichtet, kann schließlich auch drinnen grillen – und dabei tanzenden Schneeflocken zusehen. Oder funktioniert das Indoor-Grillen auch mit einem Gasgrill?

Indoor-Grillen – was bedeutet das eigentlich?

Outdoor-Grillen | © panthermedia.net / Arne Trautmann

Outdoor-Grillen | © panthermedia.net / Arne Trautmann

Der Begriff Indoor-Grillen lässt sich klar vom Outdoor Barbecue abgrenzen. Letzteres verlagert den Garprozess nach draußen. Entweder in der Grillecke im eigenen Garten oder auf Terrasse und Balkon wird zur Grillzange gegriffen. Der Nachteil: Wer draußen grillt, macht sich vom Wetter abhängig. In den Sommermonaten von Mai bis August selten ein Problem, sind Frühjahr und Herbst bereits mit einer gewissen Unsicherheit behaftet und im Winter sorgen Minusgrade, Schnee und Eis sowie Regen nicht nur für wenig angenehme Rahmenbedingung in Bezug aufs Ambiente.

Unbeständige Witterung kann zu einer echten Herausforderung werden. Beispiel Butangas: Gasgrills lassen sich mit Butan- oder Propangas betreiben. Erstgenanntes hat die unangenehme Eigenschaft, knapp unter 0 °C in den flüssigen Zustand überzugehen – das Grillen wird unmöglich.

Indoor-Grillen schließt diese Probleme von vornherein aus. Nicht nur der Weg aus der Küche zum Grill ist kürzer. Angenehme Temperaturen und die Unabhängigkeit von der Witterung sind klare Pluspunkte.

Welche Grillgeräte sind für den Innenbereich geeignet?

Einfach den Gasgrill oder Holzkohlegrill vom Balkon holen und losgrillen – unerfahrene Griller machen es sich gern einfach. Aber: Hier wird es am Ende lebensgefährlich. Wer im Innenbereich grillen will, muss sich nach einem speziellen Grillgerät umsehen.

Der Grund: Sowohl bei der Verbrennung von Grillkohle/Grillbriketts als auch bei der Verbrennung von Gas entstehen CO-Gase und Stickoxide. Hierbei handelt es sich um Verbrennungsrückstände, welche lebensgefährlich werden. Speziell CO (Kohlenmonoxid) kann zum Erstickungstod führen. In Innenräumen wird daher ausschließlich mit strombetriebenen Grillgeräten, den Elektrogrills, gearbeitet. Die Hitze entsteht hier über ein Heizelement. Der Vorteil: Es entfällt das Anfeuern des Grills und beim BBQ werden keine Rauchgase gebildet.

Tipp: Holzkohle- und Gasgrill werden von Vermietern gern vom Balkon verbannt. Sofern über Mietvertrag oder Hausordnung verboten, bleibt nur der Griff zum Elektrogrill. Andernfalls riskieren Mieter nicht nur ein paar mahnende Worte – im schlimmsten Fall kann die Kündigung der Wohnung drohen.

Kauftipps: Worauf kommt es beim Indoor-Grillen an?

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Was macht einen Indoor-Grill zu einem Indoor-Grill? Der wichtigste Punkt ist die Hitzequelle. Ein mit Strom betriebenes Heizelement ist wesentliche Grundvoraussetzung. Darüber hinaus bietet sich ein relativ großer Spielraum.

Generell muss sich jeder Griller fragen, was er mit seinem Elektrogrill erreichen will. Nur an einem oder zwei Abenden im Winter eine Bratwurst auf dem Teller haben? Gemütlich mit Freunden den Abend verbringen und kleine Happen brutzeln? Oder vielleicht doch ein größeres Menü auftragen? Die Palette reicht laut grillheld.de vom:

  • Raclette-Grill
  • Teppanyaki-Grill
  • Kugelgrill

Ausschlaggebend für die Entscheidung sind mehrere Aspekte, wie:

  • Personenzahl
  • Speisen
  • Platzangebot

Die Zahl der Personen gibt zum Beispiel die Richtung in Bezug auf die Größe der Grillfläche vor. Welche Speisen zubereitet werden, hat Auswirkungen auf die Leistungen des Heizelements – und den Stromverbrauch. Ein 2 kW Grill mit 40 cm Durchmesser der Grillfläche kann Holzkohlegrills das Wasser reichen, braucht aber Platz und ist entsprechend teuer.

Was ist unbedingt zu beachten?

Elektrogrills zum Indoor-Grillen | © panthermedia.net / alexraths

Elektrogrills zum Indoor-Grillen | © panthermedia.net / alexraths

Elektrogrills bieten ideale Voraussetzungen, um für ein kleines BBQ im Innenbereich genutzt zu werden. Heute reichen die Preise für solche Geräte von 50 Euro bis 500 Euro (und mehr). Einfache Elektrogrills sind mit einem T-Bone Steak schnell überfordert. Auf der anderen Seite wird der High-End-Grill damit spielend fertig. Allerdings wird man das BBQ auch nach Tagen noch „riechen“.

Die Rauchentwicklung (vom Grillgut) kann bei einem Power-Elektrogrill mit Gussrost durchaus dem entsprechen, was man vom Holzkohle-/Gasgrill gewohnt ist. Des Weiteren werden die teuren Geräte nach dem Grillen ausgebrannt, was sich bei den Gerüchen ebenfalls bemerkbar macht. Hier hilft nur Lüften beim Grillen oder das Gerät bleibt auf dem Balkon stehen.

Wichtig: Auch Elektrogrills können sehr heiß werden. Modelle zwischen 250 Euro bis 500 Euro schaffen schnell an die 300 °C über dem Rost. Entsprechend viel Umsicht ist beim Grillen mit diesen Geräten an den Tag zu legen.

Fazit: Indoor grillen nur mit der richtigen Hardware

Wer im Winter nicht im Schnee, sondern in der Stube grillen will, greift zum Elektrogrill und kann loslegen. Ohne sich vorab zu informieren, macht sich aber schnell Frust breit. Hersteller haben in den letzten Jahren ganz unterschiedliche Grillgeräte für den Innenbereich entwickelt. Raclette-Grills sind perfekt für gesellige Abende. 300 °C starke Grills schaffen auch das Hähnchen auf der Dose – sind aber nur bedingt als Indoor-Grill geeignet. Damit Spaßfaktor und Geschmack nicht auf der Strecke bleiben, muss es die richtige Hardware sein. Und diese ist nicht immer so leicht zu finden, wie man vielleicht denken mag.

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