Schlafstörung bei Männern | © panthermedia.net /dmitrimaruta

Jeder zweite Berufstätige leidet unter Schlafstörungen

Die Hälfte der Berufstätigen leidet offenbar unter Schlafstörungen; sie schlafen schlecht ein oder durch. Zu dieser Erkenntnis gelangte eine Studie der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK). Demnach haben durch die Schlafstörungen die Fehlzeiten am Arbeitsplatz seit dem Jahr 2004 um rund 50 Prozent zugenommen. Jeder zweite der Befragten im Berufsleben hat angegeben, dass er manchmal oder häufig mit Schlafstörungen zu kämpfen hat. Das ergab die DAK-Studie, die in Hessen durchgeführt wurde.



39 Prozent der Betroffenen gaben an, dass sie mindestens dreimal in der Woche wach liegen. Wolfgang Wirkner von der DAK sagte, die Bevölkerung nehme die Gefahr von chronischen Schlafstörungen nicht ernst genug. Nur wenige Leidtragende konsultieren einen Arzt. Sie greifen lieber auf Medikamente zurück, ohne sich über die Gefahren z.B. einer Sucht bewusst zu sein. Wirkner: „Es ist erschreckend, dass fast 60 Prozent der Betroffenen ohne die Kontrolle eines Arztes Medikamente einnehmen“. Für die Krankenkassen ist das ein Problem, denn häufige Fehlzeiten führen zu immer höheren Ausgaben für Krankengeld.

Ernstzunehmende Krankheit

„Chronische Schlafstörungen sind keine Bagatelle, sondern müssen ernst genommen werden“, äußert sich der Diplom-Psychologe Frank Meiners in Bezug auf die Untersuchung der DAK. Über einen längeren Zeitraum anhaltende Schlaflosigkeit kann das Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkte und psychische Erkrankungen erhöhen. Daher ist es wichtig, bei anhaltenden Schlafstörungen einen Arzt aufzusuchen und die Ursachen zu klären. Psychische Erkrankungen wie Depressionen können auch der Auslöser für Schlafprobleme sein. Andere Gründe sind unter anderem Stress, Angststörungen, Schichtarbeit und Lärm.



Krankheitsgründe ändern sich

Statistik: Anzahl der stationären Behandlungsfälle aufgrund von Schlafstörungen in Deutschland | Statista
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In den letzten zwölf Jahren haben sich nach Erkenntnissen des DAK-Gesundheitsreports teilweise deutliche Änderungen bei den Krankheitsgründen von Berufstätigen ergeben. Zwar gingen Herz-Kreislauf-Erkrankungen seit 1997 um 30 Prozent zurück, aber dafür verdoppelten sich während der gleichen Zeit die Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen. Krankschreibungen aufgrund von psychischen Störungen haben von allen Krankheitsgründen am meisten zugenommen. Die Betroffenen fallen dann auch oft mehrere Wochen oder sogar Monate im Berufsleben aus.

Mittagsschlaf erhöht Leistungsfähigkeit

Mittagschlaf im Freien | © panthermedia.net /Jutta Ehrlich

Mittagschlaf im Freien | © panthermedia.net /Jutta Ehrlich

Durch die Schlaflosigkeit sind viele Berufstätige übermüdet. Leistungsabfall und mehr Unfälle am Arbeitsplatz sind die Folge. „Menschen seien nicht dafür geschaffen 16 Stunden am Stück wach zu bleiben.“, sagte Psychologe Jens Andersen. „In vielen Fällen wäre es hilfreich, einen kurzen Mittagsschlaf zu halten, wie es auch in südlichen Ländern der Fall ist.“ Nur 15 Minuten könnten schon das Leistungspotenzial erhöhen.

Leichten Schlafstörungen kann auch mit einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung begegnet werden. Auf schweres Essen am Abend, besonders kurz vor der Nacht sollte ebenso verzichtet werden wie auf langes Fernsehen vorm Schlafengehen. Auch Entspannungsübungen wie autogenes Training können Abhilfe schaffen.



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