Männer sind suizidgefährdeter als Frauen

Auch in den heutigen Zeiten sind noch immer viele Menschen in den Denkstrukturen von Männern als dem „Starken Geschlecht“ gefangen. Als solche ist es ihnen verpönt, unter Stress und Depressionen zu leiden, oder gar offen über ihre Gefühle zu sprechen.

Vermutlich ist daher die Selbstmordrate unter Männern weit höher als unter Frauen. Von etwa 9.500 Menschen, die sich jährlich für den Freitod entscheiden, sind etwa 7.000 männlichen Geschlechts.

Das heißt, dass sich ungefähr dreimal mehr Männer den Frauen für einen Suizid als letzten Ausweg entscheiden.

Professor Dr. Manfred Wolfersdorf, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik an Bezirkskrankenhaus Bayreuth erklärt diesen Umstand folgendermaßen: „ Die positive Fähigkeit der Frauen, über ihre Beschwerden zu klagen, ist bei Männern jenseits der 50 meist nur gering entwickelt.“

Demnach leiden Frauen eher offen unter Depressionen, während sich psychische Probleme bei Männern eher in körperlichen Symptomen äußern, oder als solche wahrgenommen werden. Häufig führen Männer dann Kopfschmerz, Müdigkeit oder Bauchschmerzen bei Arztbesuchen an. In den seltensten Fällen werden diese körperlichen Beschwerden jedoch als Ausdruck von seelischen Sorgen und Ängsten wahrgenommen.

Die Diagnose Depression kann für einen Mann niederschmetternd sein. Besonders ältere Männer haben dabei das Gefühl, als schwach stigmatisiert zu werden, als nicht mehr Mann genug, den eigenen Nöten und Sorgen Herr zu werden.

Besonders auch ältere Männer, die noch mit dem klaren Rollenbild des Mannes als dem starken Ernährer und Beschützer der Familie aufgewachsen sind, haben oft Probleme, über ihre Gefühle zu sprechen. Der Versuch, die Ängste und depressiven Gefühle allein zu bewältigen, endet dann häufig tragisch.

Der Mann sieht keinen anderen Ausweg mehr und wählt den Freitod.

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