Männergesundheit: Mut zur Vorsorge

Immer noch sorgen Männer in Deutschland besser für ihre Autos als für ihre Gesundheit.

Während die fahrbaren Untersätze regelmäßig in der Inspektion landen, verzichtet jeder zweite Mann in Deutschland auf den Vorsorge-Boxenstopp beim Arzt.

Das zeigt eine aktuelle Studie der DAK.

Und das, obwohl auch Männer die Angst vor Krankheiten nicht kalt lässt: Immerhin 68 Prozent fürchten sich davor, an Krebs zu erkranken.

Dennoch nutzen nur etwa 15 Prozent die kostenlosen Früherkennungsuntersuchungen, zum Beispiel für Prostatakrebs. Der ist noch vor Lungen- und Darmkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Männern.

„Die DAK rät jedem Mann ab 45 Jahren, einmal im Jahr die Vorsorgeuntersuchung zu nutzen“, so der Urologe und DAK-Experte Dr. Schmidt-Enghusen. „Gerade Prostatakrebs können wir sehr gut behandeln, wenn die Erkrankung frühzeitig festgestellt wird.“

Häufig gut behandelbar

Regelmäßige Vorsorge empfiehlt der DAK-Experte auch aus einem weiteren Grund: Prostata-Krebs wächst sehr langsam. Weil die Krankheit anfangs kaum Schmerzen oder andere Symptome verursacht, bemerken betroffene Männer meist lange Zeit gar nicht, dass sie erkrankt sind.

Die jährliche Früherkennungsuntersuchung ist die einzige Möglichkeit, Prostatakrebs in einem Stadium zu erkennen, in dem er noch heilbar ist. Ein weiterer Vorteil regelmäßiger Vorsorge: Sollte die Untersuchung einen Verdacht auf Prostatakrebs ergeben, gewinnen Arzt und Patient bei frühzeitiger Diagnose Zeit für die richtige Behandlung.

Ob Bestrahlung, Operation oder Hormongabe:„Wird die Prostatakrebserkrankung früh erkannt, kann der Arzt auf verschiedene Erfolg versprechende Behandlungsmöglichkeiten zurückgreifen und diese kombinieren. So steigt auch die Chance, dass die Behandlung besonders gut anschlägt“, erläutert Schmidt-Enghusen die Alternativen.

Keine falsche Scham

Eine Alternative zur regelmäßigen Vorsorge sieht Schmidt-Enghusen dagegen nicht. Dass Männer gerade die Prostata-Vorsorge nur zögerlich nutzen, liegt seiner Erfahrung nach an der Art der Untersuchung: Der Arzt tastet die Prostata über den Enddarm ab. „Hier liegt die Schamgrenze natürlich hoch“, so der DAK-Experte.

Der kurze, unangenehme Moment kann jedoch Leben und Lebensqualität retten. „Wer den Kopf in den Sand steckt, erweist seiner Lebensqualität und seinem Sexualleben einen Bärendienst“, so Schmidt-Enghusen.

Auch ohne Beschwerden zum Arzt

Es muss nicht immer erst zwicken und zwacken, damit ein Besuch beim Arzt sich lohnt. Viel besser: Gesundheit und Fitness durch regelmäßige Vorsorge stärken! Die DAK übernimmt die Kosten für die wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen.

Die Vorsorgeuntersuchungen im Überblick:

Hautkrebsvorsorgeuntersuchung beim Hautarzt (ab 35 Jahren)
Gesundheits-Check alle zwei Jahre: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen (ab 35 Jahren)
Prostatakrebs (ab 45 Jahren)
Darmkrebs (ab 50 Jahren; ab 55 Jahren Darmspiegelung)

Quelle: DAK
Bild: DAK/van den Berg

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