MP3-Hören schadet dem Gehör

MP3_hörenJunge Menschen, die täglich stundenlang mit voller Lautstärke Musik hören, bringen damit ihr Gehör in Gefahr. Davor warnt der Mediziner Peter Rabinowitz von der Yale University auf der Homepage des British Medical Journals.

Die Ohrstöpsel von MP3-Player können eine Lautstärke von bis zu 120 Dezibel im Ohr produzieren. „Das entspricht der Lautstärke eines Flugzeugantriebs, besonders wenn man Ohrstöpsel verwendet, die bis in den Hörkanal reichen“, so der Experte.

Mehr als neun von zehn jungen Menschen hören auf diese Weise Musik, haben Studien in Europa und den USA gezeigt. „Ähnlich wie bei Mobiltelefonen, ist die Verwendung von MP3-Playern schneller gestiegen als wir die gesundheitlichen Auswirkungen abschätzen konnten. Der häufige Gebrauch dürfte auch auf die steigende Beschallung der Umwelt zurückzuführen sein“, so der Forscher.

Ob die Gruppe der Jungen ihr Hörvermögen schneller als frühere Generationen verliert, ist bisher noch unklar, doch könne man die tatsächlichen Folgen des Trends erst mit gewisser Zeitverzögerung nachweisen.

Was Gehörverlust bedeutet, ist den wenigsten Jugendlichen bewusst. Extreme Lärmbelastung führt dabei zum Verlust der Haarzellen in der Hörschnecke, der nicht rückgängig gemacht werden kann. Jeder sechste Erwachsene zwischen 20 und 69 Jahren leidet in den USA an Hörverlust. Betroffene haben Probleme, Sprache und Warnsignale wahrzunehmen, was für manche zu Depressionen, Unfällen oder sozialer Isolation führt.

Doch auch andere Folgen könne man nicht ausschließen. „Manche Forschungen weisen darauf hin, dass das Musikhören etwa beim Autofahren die Konzentration und Leistung ähnlich wie das Handy beeinträchtigen kann“, so der Rabinowitz. Sinnvoll sei es jedenfalls, nicht ständig mit voller Lautstärke zu hören und beim Fahren Ohrstöpsel abzunehmen – der Sicherheit zuliebe. Zudem brauche es mehr Forschung in diese Richtung. „Der Trend der MP3-Player mahnt uns, dass die Gesundheitsforschung die technische Entwicklung immer im Auge behalten sollte“, so der Forscher.

Quelle: pressetext.austria / Weitere Informationen: www.bmj.com

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