Online-Spenden-Netzwerk „Ü70“

spende_des_monatsDie demografische Entwicklung und ihre Folgen: Schon heute leben 14 Mio. Rentner in Deutschland, 2020 werden es 22 Mio. sein. Immer weniger Erwerbstätige müssen immer höhere Beiträge in die Sozialkassen einzahlen. Das deutsche Sozialsystem steht vor einem historischen Wandel.

Leidtragende sind in erster Linie diejenigen, die nicht mehr (oder noch nicht) aktiv am Produktionsleben teilhaben: Senioren und Kinder. Und sie können sich am wenigsten gegen diesen Zustand wehren.

Das Märchen vom reichen Rentner, der die meiste Zeit des Jahres an sonnigen Stränden verbringt, ist ausgeträumt – und wird bald zum Albtraum. So berichtet „Der Tagespiegel“ in seiner Ausgabe vom 18. Mai 2009, dass mittlerweile jeder zehnte Mann mit einem Einkommen von 750 EUR auskommen müsse, bei den Frauen läge die Zahl noch höher.

Besonders hart trifft es pflegebedürftige alte Menschen. Da ihr Einkommen auf die Pflegeversicherung angerechnet wird, bleibt ihnen nur noch ein ganz geringer Betrag zur freien Verfügung. Damit sie dennoch nicht auf gesundheitliche Förderung und ein angenehmes Leben im Alter verzichten müssen, greifen die Johannes Seniorendienste als diakonischer Betreiber von professionellen Hilfeleistungen für Senioren mit dem „Gut sein! – SpendenNetzwerk Ü70“ zur Selbsthilfe.

„Die Pflegeversicherung ist eine Teilkaskoversicherung. Nur reiche alte Menschen können sich eine komfortable Altersversorgung leisten“, so Willi Esser, kaufm. Vorstand der Johannes Seniorendienste.

Mit dem SpendenNetzwerk will JSD deshalb Projekte in seinen Pflegeeinrichtungen unterstützen, die auf eine öffentliche Förderung verzichten müssen.

„Die Sozialkassen sind leer, da ist nichts zu erwarten. Trotzdem können wir nicht tatenlos zusehen, wie unsere Bewohner auf Hilfen verzichten müssen, die ihnen das Leben angenehmer machen und sogar lebensverlängernde Wirkung haben“, so Esser.

So unterstützt das „SpendenNetzwerk Ü70“ Sinnesgärten, deren Nutzung besonders die Lebensqualität an Demenz erkrankter Menschen verbessert. Aber auch für die Anschaffung von Gartenmobiliar und Fahrzeugen sammelt das Netzwerk, ebenso ruft es auf, „Zeit“ für das Ehrenamt zu spenden.

Das „Spendennetzwerk Ü70“ arbeitet mit der Bank für Sozialwirtschaft zusammen, die ein sicheres Online-Spenden-Verfahren entwickelt hat. Der Spender erhält sofort einen Beleg und per Mail noch einmal eine Bestätigung der Transaktion. Über ein Barometer ist immer der aktuelle Spendenstand abzulesen. Und damit jeder sehen kann, was mit seiner Spende geschehen ist, werden die abgeschlossenen Projekte auf der Website des Netzwerks veröffentlicht.

Marion Ernst, verantwortlich für Fundraising der Gruppe Johannes Seniorendienste, ist überzeugt: „Soziale Projekte im Web sind zukunftsträchtig. Wenn alle Generationen lernen, dass sie mit Zeit- oder Geldspenden fürs Alter tatsächlich etwas bewegen, dann hat ‚Gut Sein!‘ sein Ziel erreicht“.

SpendenNetzwerk Ü70
spendennetzwerk.jsd.de

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