Oxytocin ist entscheidend für emotionale Bindungsfähigkeit

Schon als Kleinkinder entwickeln die Menschen die Grundlagen für ihre spätere emotionale Bindungsfähigkeit. Entscheidend dafür ist ein bestimmtes Hormon, nämlich das auch als „Kuschelhormon“ bezeichnete Oxytocin.

Das Hormon Oxytocin verstärkt die emotionalen Erinnerungen an die mütterliche Fürsorge in der Kindheit.

Es verstärkt bei Erwachsenen demnach die bereits bestehenden Emotionen. Dies fanden Forscher der Mount Sinai School of Medicine  heraus. Zwar ist schön länger bekannt, dass das Hormon Oxytocin bei Tieren für eine starke Mutter Kind Bindung sorgt, ob dies bei Menschen jedoch ähnlich ist, war bisher nicht bewiesen.

Für ihre Untersuchungen beobachteten die israelischen Forscher daher 80 Elternpaare, auch um herauszufinden, ob das Hormon Oxytocin unterschiedliche Bindungen bei Mutter und Vater bewirkt. Dazu wurden 31 gesunde Männer zwischen 19 und 45 Jahren dazu befragt, wie sie die Fürsorge der eigenen Mutter in der Kindheit einschätzten. Im Anschluss wurde den Teilnehmern Oxytocin beziehungsweise der Vergleichsgruppe der Versuchsteilnehmer ein Placebo in Form eines Nasensprays verabreicht. Nach 90 Minuten wurde die Befragung wiederholt. Der Versuch wurde nach einigen Wochen erneut mit den selben Teilnehmern und dem selben Versuchsaufbau wiederholt, allerdings wurde beim zweiten Versuch denjenigen der Versuchspersonen, die zuvor ein Placebo erhalten hatten, nun das Oxytocin verabreicht und umgekehrt.

Die Ergebnisse zeigten deutlich, dass der Einfluss des „Kuschelhormons“ zu einer Veränderung bei der Bewertung der mütterlichen Fürsorge in der Kindheit hatte.

Im nächsten Schritt wollen die Forscher nun untersuchen, welche Wirkungen des Hormons konkret diesen Effekt herbei führen. Allerdings warnen die Forscher auch davor, das Hormon als ein Mittel einzusetzen, wenn emotionale Bindungsstörungen behandelt werden sollen, wie in früheren Jahren bereits geschehen. Falls eine weniger positive emotionale Erinnerung an die frühkindliche Bindung zur Mutter vorhanden ist, könnte die Behandlung mit dem Hormon unter Umständen zu einem gegenteiligen Effekt führen.

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