Tagtraeumen beim Hausaufgaben machen | © panthermedia.net / Arne Trautmann

Papas und die Hausaufgaben – so könnt Ihr Eure Kinder unterstützen

Solange wir denken können, gehören Hausaufgaben zum Schulalltag von Kindern und Jugendlichen dazu. Beliebt sind sie bei den Schülern in den seltensten Fällen, sondern stellen oftmals auch zusätzlich die Eltern auf eine harte Belastungsprobe und nicht selten besonders an uns Papas. Damit der Haussegen wegen den unliebsamen Hausaufgaben nicht ständig schief hängt, geben wir hier einige Tipps die dabei helfen können, etwas Stress aus dem leidigen Hausaufgabenthema zu nehmen, damit für Väter, Mütter und den Kindern mehr Ruhe eingekehrt.

Wozu sind Hausaufgaben eigentlich gut?

Immer wieder kommt gerade bei den Kindern die Frage auf, warum sie denn überhaupt Hausaufgaben machen müssen. Oftmals empfinden sie Hausaufgaben eher als eine Strafarbeit und sehen den Sinn dahinter nicht. Hausaufgaben sollen dazu dienen, dass in er Schule Gelernte noch einmal zu verfestigen. Des Weiteren sollen Hausaufgaben das selbstständige Arbeiten fördern, in dem das Kind mehr oder weniger auf sich alleine gestellt – ohne, dass ein Lehrer dabei hilft – die Aufgaben bewältigen soll. Auch für Eltern sind Hausaufgaben eine sinnvolle Sache, denn sie stellen eine Schnittstelle zwischen Schule und zu Hause dar – dadurch sind Eltern sind näher am Unterrichtsstoff der Kinder dran.

Wenn Hausaufgaben zur Qual werden

Hausaufgabenfrust statt Lust | © panthermedia.net / Verena Böhm-Filieri

Hausaufgabenfrust statt Lust | © panthermedia.net / Verena Böhm-Filieri

Doch nicht alle Kinder kommen mit den Hausaufgaben gut klar – und in diesem Fall wird das Thema oftmals ein Stressfaktor für die ganze Familie. Das Kind kann nicht motiviert werden, es weigert sich die Hausaufgaben überhaupt in Angriff zu nehmen oder trödelt und träumt während der Hausaufgaben herum, anstatt sich auf die Aufgaben zu konzentrieren. Alleine dadurch kann schon ein Teufelskreis entstehen, da das Kind die Hausaufgaben immer mehr als Qual empfindet. Manche Kinder gehen irgendwann so weit, dass sie ihre Hausaufgaben zum Beispiel gar nicht mehr ins Hausaufgabenheft eintragen oder den Eltern auch einfach sagen, sie hätten nichts auf. Das ist eine Vermeidungsstrategie, die es zu durchbrechen gilt.

Denn wenn die Hausaufgaben nur noch negativ empfunden werden, stellt sich an dieser Stelle der Nutzen in Frage. Ein Kind, das völlig unmotiviert vor den Hausaufgaben sitzt – und das eventuell noch viel zu lange, wird nicht von dem ursprünglichen Sinn der Hausaufgaben profitieren, sondern gerät im Zweifel sogar in eine Abwärtsspirale, aus der es für die Eltern und das Kind nicht leicht ist, wieder herauszukommen. Ausführliche Tipps zum Stressthema Hausaufgaben sind übrigens auch bei papa.online zu finden – mit einem Augenzwinkern gibt es hier einen kleinen Einblick in den täglichen Hausaufgabenwahnsinn aus Sicht betroffener Väter. Finden wir klasse!

Unterschiedliche Lerntypen – jedes Kind lernt anders

Es gibt unterschiedliche Lern- und Hausaufgabentypen | © panthermedia.net / Arne Trautmann

Es gibt unterschiedliche Lern- und Hausaufgabentypen | © panthermedia.net / Arne Trautmann

Dass nicht jedes Kind mit den Hausaufgaben und der damit unliebsamen Nachmittagsbeschäftigung gut klar kommt, liegt oftmals auch an den unterschiedlichen Lerntypen, die es gibt. Das betrifft sowohl Kinder als auch uns Erwachsene. Wir alle haben unterschiedliche Methoden, um uns effektiv und nachhaltig Wissen anzueignen. Zusätzlich hängt die Frage, zur welchen Zeitpunkten wir in der Lage sind bestimmte Leistungen zu erbringen, auch oftmals mit unserem eigenen Biorhythmus zusammen – die Tageszeit kann unser Lern- und Arbeitsverhalten also zusätzlich beeinflussen.

Da das Schulsystem allerdings in den meisten Fällen völlig individuelles Lernen nach dem eigenen Tempo und auch Temperament nicht zulässt, sollten auch für Kinder mit Schwierigkeiten bei den Hausaufgaben Lösungen gefunden werden, damit Selbstständigkeit und Konzentration gefördert wird – und natürlich das Lernen des Lernens.

Kinder bei den Hausaufgaben unterstützen

Am Anfang der Grundschulzeit stellen Eltern in der Regel noch nicht so schnell fest, welcher Lern- und Hausaufgabentyp das eigene Kind ist. In den meisten Fällen läuft es in den ersten zwei Schuljahren noch etwas entspannter ab, da das Kind zum Beispiel noch die Motivation vom Anfang hat, der Umfang der Hausaufgaben noch nicht so hoch und der Lernstoff noch nicht anspruchsvoll ist. In dieser Zeit macht den meisten Kindern die Schule noch viel Spaß.

Ab dem dritten Schuljahr zeigt sich allerdings bei manchen Kindern, dass sich Lern- und Motivationsprobleme einstellen können – und damit nimmt auch des Thema Hausaufgaben immer mehr Raum in der Familie ein und kann im Zweifel zu einem zentralen Stressthema zwischen Eltern und Kindern werden, das in einer Abwärtsspirale aus Demotivation und auch daraus resultierenden Schulprobleme enden kann. Das Kind verliert möglicherweise in den Unterrichtsstunden den Anschluss, das Arbeitsverhalten wird durch die Lehrer schlecht beurteilt und die Schulleistungen sinken.

Frust, Stress und Resignation des Kindes können die Folge sein. Um diesen Teufelskreis zu unterbrechen, haben wir hier einige Tipps zusammengestellt, wie das Kind bei den Hausaufgaben unterstützt werden kann. Vor allem, wenn Eltern schon frühzeitig erkennen, was für ein Hausaufgaben- und Lerntyp ihr Kind ist, können diese Maßnahmen sehr erfolgreich sein. Im Idealfall erkennen Eltern den Hilfebedarf des Kindes bei den Hausaufgaben, bevor der Frust und unmotivierte Haltung des Kindes vollends sichtbar wird.

Unser Lesetipp: „Lust am Lernen statt Frust in der Schule“ von jugend-forscht.de

So könnt Ihr Euren Kindern helfen:

Eine geordnete Umgebung ist wichtig fuer die Hausaufgaben | © panthermedia.net / Marc Dietrich

Eine geordnete Umgebung ist wichtig fuer die Hausaufgaben | © panthermedia.net / Marc Dietrich

Den richtigen Zeitpunkt finden

Nicht jeder Mensch lernt zu jeder Zeit gleich gut. Das hängt sowohl mit dem eigenen Biorhythmus zusammen als auch mit der Tatsache, dass es unterschiedliche Lerntypen gibt. Manche Kinder erledigen ihre Hausaufgaben direkt, wenn sie nach Hause kommen. Schnell und konzentriert arbeiten sie ihre Übungen ab, damit sie den Rest des Tages Freizeit haben. Andere Kinder, die sich eventuell zur gleichen Zeit an die Hausaufgaben setzen, versinken möglicherweise in Tagträumerei und fangen an zu trödeln.

Um festzustellen, warum das Kind also schon seit zu langer an den Hausaufgaben sitzt, sollten Eltern ihre Kindern gut beobachten und erfassen woran es liegt. Möglicherweise sind es gar nicht die Aufgaben an sich, sondern der Zeitpunkt ist einfach nur falsch gewählt. Setzt Euch mit Eurem Kind zusammen und besprecht, ob es zu einem anderen Zeitpunkt eventuell konzentrierter arbeiten kann. Eine Pause vor den Hausaufgaben, oder auch erst mal Zeit zum Toben, Spielen und Abschalten kann möglicherweise helfen.

Strukturen schaffen Sicherheit

Manche Kinder sind von Natur aus gut darin, sich selbst zu organisieren und ihre Aufgaben selbstständig zu erledigen, ohne dass sie vom äußeren Umfeld abgelenkt werden. Andere Kinder brauchen einen festen Rahmen und Struktur, damit sie die Übersicht nicht verlieren. Für diese Kinder ist es besonders wichtig, einen festen Arbeitsplatz zu schaffen, der wenig Ablenkungspotenzial bietet. Im besten Fall ist das ein aufgeräumter Schreibtisch im eigenen Zimmer, auf dem nur die notwendigen Arbeitsmaterialien bereit liegen – alles andere kann zu schnell zur Ablenkung und somit Trödelei führen.

Zusätzlich sollten Eltern darauf achten, dass die Schultasche aufgeräumt und in Ordnung ist und alle Schulmaterialien dabei sind. Wenn das Kind das nicht jeden Tag alleine schafft, solltet Ihr Euer Kind dabei unterstützen und zeigen, wie es leichter den Überblick behält.

Anwesend sein und Unterstützung anbieten

Grundsätzlich sollen Kinder durch die Hausaufgaben sowohl das selbstständige Arbeiten als auch das „Lernen lernen“ lernen. Deshalb ist es nicht der Sinn der Hausaufgaben, sich als Eltern die ganze Zeit neben das Kind zu setzen und die Hausaufgaben „mitzumachen“.

Für Kinder, die Unterstützung bei den Hausaufgaben brauchen ist es allerdings hilfreich, wenn einer der Eltern in der Nähe ist und signalisiert, dass er bei Bedarf für das Kind ansprechbar ist und bei dem Lösungsweg hilft. Hierbei ist es wichtig, dass Eltern dem Kind vor allem die Hilfe auf dem Weg zur Lösung geben, und nicht direkt die vollständige Lösung vorsagen. Oftmals helfen schon kleine Tipps und Hinweise, damit das Kind mit der Aufgabe weiterkommt und den Rest selbst erledigen kann. Zudem ist es ein zusätzlicher Sicherheitsfaktor für das Kind wenn es weiß, dass die Eltern im Zweifel da sind.

Den Nutzen von Hausaufgaben erklären

Einige Kinder sehen den Sinn in den Hausaufgaben nicht und nehmen es einfach nur als lästiges Übel wahr. Es gehört einfach zur Schule dazu, dass sie Hausaufgaben machen müssen. Wenn man den Nutzen einer Sache nicht erkennt, fehlt oft die Motivation, diese Aufgabe zu erledigen.

Nehmt Euch also die Zeit und erklärt Euren Kindern, wofür sie die Hausaufgaben machen. Fordert Euer Kind doch mal dazu auf darauf zu achten, ob es sich etwas besser merken kann, wenn es sich intensiver mit dem Thema beschäftigt hat. Im besten Fall erkennt das Kind auch selbst nach einiger Zeit, dass es sich Wissen besser einprägen kann, wenn es öfter wiederholt wird.

Keine Diskussionen und konsequent bleiben

Tägliche Diskussionen können auf Dauer extrem nervenaufreibend sein. Das ist sowohl für das Kind anstrengend als auch für die Eltern. Zudem kann diese Zeit nicht effektiv genutzt werden, denn die Zeit, die mit Diskussionen verbracht wird, könnte wesentlich sinnvoller genutzt werden. Wenn mit dem Kind also ein fester Zeitrahmen sowie ein geeigneter Ort zum Hausaufgaben machen gefunden wurde, sollte das auch konsequent täglich so durchgesetzt und nicht jeden Tag mit dem Kind neu verhandelt werden.

Zeigt Euren Kindern auf, wie viel Zeit sie selbst auch durch unnötige Diskussionen verlieren, die im Zweifel von ihrer eigenen Spiel- und Freizeit abgehen. Bei Verweigerung von Hausaufgaben kann als logische Konsequenz dann auch einfach folgen, dass es keine Verabredung zum Spielen gibt.

Fazit

Statistik: Häufigkeit der Computernutzung für Hausaufgaben durch Schüler in Deutschland in den Jahren 2007 und 2010 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Wie negativ Hausaufgaben empfunden werden, hängt stark vom Typ des Kindes ab. Wird das Hausaufgabenthema zum Stressthema, wird es irgendwann zu einer Belastung für die ganze Familie und ist nicht förderlich für eine positive Grundstimmung, in der man gut lernen kann. Sobald Eltern merken, dass das Kind ein eher schwieriger Hausaufgabentyp ist, der sich zum Beispiel schnell ablenken lässt und und nicht die nötige Motivation hat, sollten sie dem sanft entgegenwirken, in dem sie ihre Unterstützung anbieten.

Optimal ist es, wenn es schon schnell erkannt wird, damit nicht über einen längeren Zeit zu viel Frust entsteht. Denn umso schwieriger kann es werden und am Ende leiden die gesamten schulischen Leistungen darunter.

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