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Prostatakrebs: Vorsorgemuffel Mann

Prostatakrebs: Vorsorgemuffel Mann

Früherkennung verbessert Heilungschancen und Lebensqualität

Was für Frauen der Frauenarzt ist, sollte für Männer der Urologe sein. Während jedoch für Frauen der Besuch bei Gynäkologen ganz selbstverständlich zum gesunden Lebensstil gehört, schwächelt das starke Geschlecht bei Vorsorgeuntersuchungen.

Obwohl jedes Jahr über 60.000 Männer neu an Prostatakrebs erkranken und dieser somit die häufigste Krebsart beim Mann darstellt, nimmt nur jeder fünfte Mann in Nordrhein-Westfalen an Krebs-Vorsorgeprogrammen teil.

Problem: Prostatakrebs löst im Anfangsstadium keine Symptome aus und Betroffene bemerken so die Krankheit erst dann, wenn es zu spät ist.

Dr. Reinhold Schaefer, Urologe vom nordrheinischen Ärztenetzwerk Uro-GmbH, weist auf die frühen Behandlungsmöglichkeiten hin:

„Im Frühstadium können wir den Tumor weitaus besser operieren oder bestrahlen, auch so, dass Erektionsstörungen oder Inkontinenz nur selten auftreten. Später ist dies aufgrund der Tumorgröße oft nur bedingt möglich. Zudem birgt eine späte Erkennung die Gefahr, dass der Tumor bereits in andere Organe gestreut hat.“

Die Prostata, eine walnussgroße Drüse, gehört zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes. Sie liegt vor dem Mastdarm und ist damit durch eine Tastuntersuchung zu etwa 25 Prozent gut fühlbar. Als Drüse produziert sie die Samenflüssigkeit, in der auch der Eiweißstoff Prostata-spezifisches-Antigen (PSA) enthalten ist. Dieser PSA-Wert, der aus dem Blut bestimmt wird, sowie Tast- und Ultraschalluntersuchungen vom Darm her sind wichtige Parameter in der Früherkennung.

Das Vorsorgeprogramm der gesetzlichen Kassen sieht in Deutschland für Männer ab 45 einmal jährlich eine Prostatauntersuchung vor. Neben der Erfassung von persönlicher Krankengeschichte, Beschwerden und Symptomen untersuchen Urologen auch Geschlechtsorgane und Lymphknoten in der Leiste.

Zudem tasten sie die Prostata vom Enddarm aus ab. „Wir Urologen sind jedoch der Meinung, dies ist zu wenig“, erklärt Dr. Schaefer. Deshalb haben sie eine wissenschaftlich fundierte Leitlinie zum Prostatakrebs entwickelt und Standards der Früherkennung festgelegt, die von den gesetzlichen Krankenkassen jedoch leider nicht bezahlt werden.

Dazu gehört zum Beispiel der PSA-Test, der zur Früherkennung, aber auch bei Auffälligkeiten zur Diagnostik möglicher Tumore eingesetzt werden kann. Der PSA-Wert erhöht sich unter verschiedenen Umständen, beispielsweise bei Prostatakrebs, -entzündungen oder -vergrößerungen. Generell kann er auch von Mann zu Mann verschieden ausfallen.

„Deshalb ist es wichtig, dass wir diesen Wert jedes Jahr mit derselben Bestimmungsmethode untersuchen. So haben wir Vergleichsdaten, die wir besser interpretieren können“, erklärt Dr. Schaefer. „Die Untersuchung sollte nur der Urologe vornehmen. Ähnlich den Auswertungen in spezialisierten Brustzentren, die Mammografien und Ultraschall bei Frauen durchführen und die Ergebnisse gut einschätzen können, bedarf die richtige Interpretation aller Werte einen großen Erfahrungsschatz“, verdeutlicht er die Wichtigkeit urologischer Unterscherungen.

Zudem sind Ultraschalluntersuchungen vom Darm her wichtige diagnostische Bestandteile bei Krebsverdacht. Dank technicher Weiterentwicklungen liefern neuere Ultraschall-Geräte zudem immer präzisere Ergebnisse, so dass Gewebeprobenentnahmen nur noch im Krebsverdachtsfall durchführt werden müssen.

www.uro-gmbh.de

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