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Frische Hähnchenbrustfilets im Test – was taugen sie wirklich?

Geflügel ist gesund. Ernährungsberater und Diäten predigen uns das. Reich an Eiweß, arm an Fett – das ist Putenfleisch und Co. Deshalb ist es auch wenig verwunderlich, dass immer mehr Menschen Geflügelfleisch dem Rind- und Schweinefleisch vorziehen. Gesunde Lebensstile sind heute voll im Trend. Gleichzeitig müssen dafür jedes Jahr Millionen an Hühnern, Truthennen und –hähnen produziert werden. Alleine bei Wiesenhof werden jedes Jahr 270 Millionen Hähnchen geschlachtet. Dazu kommt die Eier-Produktion. Bei diesen Mengen fragt man sich, welche Qualität das Fleisch haben kann und wie wohl die Aufzuchtbedingungen sind.

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Die Tiere sind nur eine Ware - in Fabriken hergestellt.

Wie gesund ist Pute und Co wirklich?

Rein ernährungswissenschaftlich betrachtet ist Geflügel gesund. Hühnchen hat beispielsweise 1g Fett auf 100g Fleisch und ist reich an Magnesium. Daneben steht die Pute mit ebenso wenig Fett, aber weniger Cholesterin. Allerdings zeigte 2011 eine Untersuchung des nordrhein-westfälischen Ministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz, dass Geflügel deutlich mehr Antibiotika enthalten, als bisher angenommen. Der Einsatz von Antibiotika ist mittlerweile in Verruf geraten, da so beim Menschen gefährliche Resistenzen gezüchtet werden und die Medikamente im Ernstfall nicht mehr Wirken können.

Insgesamt „gut“ im Test

Bei einer Stiftungwarentest-Untersuchung 2010 schnitt jedes zweite Hühnchenfilet mit gut ab; zwei von 19 waren jedoch sogar verdorben, bei sechs wurden erhöhte Keimzahlen festgestellt. In einer zweiten Untersuchung „Unternehmensverantwortung“kam jedoch heraus, dass 99 Prozent der Hühner in Massentierhaltungen leben. Eine Industrie, die das Tier nur als Produkt sieht, ungeachtet würdiger Lebensbedingungen. Viele Tiere können am Ende ihres meist 28- bis 40-tägigen Lebens kaum mehr stehen – ihr Skelett konnte nicht so schnell mitwachsen, wie das gemästete Gewicht es erfordern würde.

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So sieht das Leben von Legehennen aus. Oft sind die Tiere aber in einem schlechteren Zustand.

Lieber auf Bio-Hühnchen setzen

In beiden Tests schnitten die Bio-Betriebe gut ab. Sowohl die Qualität als auch die Tierhaltung stimmte bei Naturkind, der Biomarke von Kaiser’s Tengelmann und Biofam von Rewe. Größere Ställe, Tageslicht für die Tiere und Außenanlagen machen hier das kurze Leben der Tiere besser. Allerdings zahlt dies auch der Käufer. Teilweise um das Fünffache teurer als Fleisch aus Massentierhaltung ist das Biofleisch. Andersbetrachtet könnte man aber auch sagen, dass Fleisch vom Discounter um das Fünffache zu billig ist.

Bilder: Picsfive, shutterstock.com / gopause, shutterstock.com

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