Ultra Marathons können herzschädigend sein

Auch bei Spitzenathleten können Ultra-Langstrecken-Läufe den Herzmuskel deutlich schädigen. Zu diesem Ergebinss kamen Studien aus Berlin und Liverpool, die beim Europäischen Kardiologenkongress in Stockholm vorgestellt wurden.

Bei der von dem Countess of Chester Hospital in Liverpool unter der Leitung von Prof. John Somauroo durchgeführten Studie wurden 45 Teilnehmer des Ultra Marathon Rennens „Lakeland Race“ im Alter zwischen 24 und 62 Jahren.

Alle Läufer hatten bereits mehrfach an Marathons und auch Ultra Marathons teilgenommen. Des weiteren waren bei keinem der Teilnehmer im Vorfeld Herzproblematiken bekannt gewesen.

Nach dem zum Teil durch hügeliges Gebiet führenden Laufes über 80 Kilometer waren bei 12% der Teilnehmer signifikante einer Schädigung des Herzmuskels nachweisbar, 50 % der EKGs der Läufer zeigten Veränderungen. So wurde unter anderem auch eine 6 prozentige Abnahme der Herzfunktion beobachtet.

Zu ähnlichen Ergebnissen kam auch eine Studie der Charitè-Universitätsklinik Berlin unter Leitung von Dr. Fabian Knebel. Hier wurden 167 Teilnehmer mit einem Durchschnittsalter von 50 Jahren des Berlin Marathons unmittelbar nach dem Lauf untersucht.

Dabei zeigten alle Untersuchten echokardiographische Veränderungen. Erst nach etwa 14 Tagen hatten sich diese bei den Teilnehmern zurückgebildet.

Auch Prof. Dr. Eckart Fleck vom Deutschen Herzzentrum in Berlin warnt: „Die Teilnahme an Ultra-Marathons ist aus medizinischer Sicht problematisch, das dafür notwendige Trainingspensum ist über die Jahre mit einer erhöhten Gesamtmortalität belastet.“

Um die möglichen Risiken eines Marathons zu minimieren, empfehlen Herzspezialisten und Sportmediziner für einen Marathon eine jahrelange Vorbereitung in Form eines wöchentlichen Laufpensums von etwa 50 Kilometern, für einen Ultra Marathon sogar 80 Kilometer pro Woche.

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