Wenn der Mann die Erziehung übernehmen muss

Alleinerziehende haben es nicht leicht: Haushalt, Kinderbetreuung und Finanzen müssen alle neben dem Job her geregelt sein. Etwa 87 Prozent der Alleinerziehenden sind Frauen, weshalb sich auch viele Hilfsangebote und Organisationen speziell an Frauen richten. Die einzelnen Papas sind also in der deutlichen Unterzahl, doch mit den folgenden Tipps werden sie es ein wenig leichter haben…

Ohne Partner ist es mit Kind nicht leicht.

Ohne Partner ist es mit Kind nicht leicht.

Alleinerziehende Väter – die am schnellsten wachsende Erziehungsform

Heute wird jedes fünfte Kind von nur einem Elternteil großgezogen und mit den wachsenden Scheidungs- und Trennungsraten wächst diese Zahl stetig. In nur sehr triftigen Gründen wird die Mutter bei der Trennung als „nicht erziehungsfähig“ eingestuft und den seltensten Fällen müssen sie Unterhalt zahlen. Deshalb beträgt der männliche Anteil unter den Alleinerziehenden nur 13 Prozent. Das liegt mitunter daran, dass in den Köpfen der heutigen Gesellschaft der Gedanke, dass Mütter sich besser um das Kind kümmern, fest verankert ist, weshalb sich die Väter schnell allein gelassen und diskriminiert fühlen. Bisher gibt es noch relativ wenig wissenschaftlich abgesicherte Informationen zu den alleinerziehenden Papas. Doch es kann mit Sicherheit gesagt werden: Männer gehen mit Kindern anders um als Frauen, aber nicht schlechter.

Staatliche Unterstützung nicht vernachlässigen

Eine Studie des Sozialforschungsamtes Kopenhagen aus dem Jahr 1995 bestätigt, dass Kindern denen ein Elternteil fehlt im Alter von drei bis fünf Jahren zu ihren Vätern ein besseres Verhältnis als zu ihren Müttern hätten. Denn der männliche Elternteil sei toleranter, neigt zu weniger Wutanfällen und löst Konflikte seltener durch Androhung. Allerdings versuchen alleinerziehende Väter ihre Lebenssituation auch weniger zu ändern. Beispielsweise beziehen Väter seltener öffentliche Transferleistungen als Mütter, dabei könnten sie viel mehr staatliche Unterstützung bekommen:

  • Steuerliche Entlastung: Alleinerziehende, die allein einen Haushalt mit Kindern führen, erhalten einen steuerlichen Entlastungsbetrag in Höhe von 1.308 Euro jährlich (Steuerklasse II)
  • Elterngeld: Alleinerziehende können in den ersten 14 Lebensmonaten des Kindes Elterngeld beantragen. Elternteile mit Partner bekommen nur 12 Monate Kindergeld.
  • Hilfen zum Lebensunterhalt: Beim Wohngeld können alleinerziehende Mamas und Papas mit Kindern unter zwölf Jahren einen Einkommensfreibetrag geltend machen. Außerdem haben Alleinerziehende ein Anrecht auf einen Mehrbedarfszuschlag bei der Grundsicherung.
  • Kinderbetreuung: Alleinerziehende werden bei der Vermittlung von Betreuungsplätzen bevorzugt. Ganztagesplätze sind besonders rar, weshalb es vorteilhaft ist, anzugeben, alleinerziehend zu sein.
Alleinerziehnde Väter sollen toleranter als Single-Mütter sein.

Alleinerziehnde Väter sollen toleranter als Single-Mütter sein.

Montessori gut geeignet für Kinder von Alleinerziehenden

Wenn das Kind zu alt für die Betreuung wird, taucht auch oft die Frage auf, auf welche Schule es gehen sollen. Die Philosophie der Montessori-Pädagogik eignet sich für Kinder von Alleinerziehenden womöglich am besten, da Kinder mit nur einem Elternteil ein erhöhtes Depressionsrisiko haben, auch deshalb weil sie sich oft zu sehr allein gelassen fühlen. Das Montessori-Prinzip beruht nämlich darauf, dass auf das Kind individuell eingegangen und es in den Mittelpunkt gestellt wird. Hierbei wird der Sprössling ermutigt, selbstständig zu lernen und Freude im Unterricht zu entwickeln, das wiederrum baut das Selbstvertrauen des Kindes auf.

Foto:

Nadezhda1906/shutterstock.com

Peter Bernik/shutterstock.com

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.