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Euro-6 Umrüstung für Diesel – Tipps und Tricks

Bosch hat das Diesel-NOx-Problem gelöst, so lautet die neueste Pressemeldung aus Stuttgart. Bosch entwickelte eine beispiellose Optimierung der aktuellen Dieseltechnik, mit der Emissionen von Stickoxiden so deutlich reduziert werden können, dass sie bereits die künftigen Grenzwerte einhalten. Selbst bei RDE-Tests (Real Driving Emission) liegen die Emissionen von Fahrzeugen, die mit der neuartigen Bosch-Dieseltechnologie ausgestattet sind, nicht nur deutlich unter den aktuellen Grenzwerten, sondern auch unter den ab 2020 (Euro 6d) gültigen.



„Es gibt eine Zukunft für Diesel. Wir wollen heute der Debatte um den Niedergang der Dieseltechnologie ein für alle Mal ein Ende setzen. Bosch stößt an die Grenzen des technisch Machbaren. Mit der neuesten Technologie von Bosch ausgestattet, werden Dieselfahrzeuge als emissionsarme Fahrzeuge eingestuft und bleiben dennoch bezahlbar,“ so Bosch-Chef Dr. Volkmar Denner, als Bosch den Durchbruch verkündete. Da die Lösung die vorhandene Technologie nutzt, sind keine zusätzlichen Komponenten erforderlich, was die Kosten erhöhen würde.

Was ist Euro 6?

Euro 6 | © panthermedia.net /Wolfgang Zwanzger

Euro 6 | © panthermedia.net /Wolfgang Zwanzger

 

Euro 6 ist eine Verordnung der Europäischen Union zur Festlegung von Emissionsnormen für Fahrzeuge. „Mit Euro 6 werden Dieselautos so sauber wie Benzinautos“, sagt Dr. Rolf Bulander, Vorstandsmitglied der Robert Bosch GmbH, zuständig für die Antriebstechnik. Der Hauptschwerpunkt der neuen Verordnung besteht darin, niedrigere Grenzwerte für Fahrzeugemissionen von Partikeln und Stickoxiden festzulegen.

Die europäische Gesetzgebung verlangt seit 2017, dass neue Pkw-Modelle, die nach einem RDE-konformen Mix aus Stadt-, Freiland- und Autobahnfahrten getestet wurden, nicht mehr als 168 Milligramm NOx pro Kilometer emittieren. Ab 2020 wird diese Grenze auf 120 mg gesenkt. Fahrzeuge, die mit Bosch-Dieseltechnologie ausgestattet sind, können jedoch bereits heute bei normkonformen RDE-Zyklen bis zu 13 Milligramm NOx erreichen. Das ist ungefähr ein Zehntel des vorgeschriebenen Grenzwerts, der nach 2020 gelten wird.



Niedrige Werte unter städtischen Bedingungen

Selbst bei besonders schwierigen städtischen Bedingungen, in denen die Testparameter die gesetzlichen Anforderungen deutlich überschreiten, liegen die durchschnittlichen Emissionen der Testfahrzeuge von Bosch bei 40 Milligramm pro Kilometer.

Bosch-Ingenieure haben diesen entscheidenden Durchbruch in den letzten Monaten erreicht. Eine Kombination aus fortschrittlicher Kraftstoffeinspritzungstechnologie, einem neu entwickelten Luftmanagementsystem und einem intelligenten Temperaturmanagement hat so niedrige Werte ermöglicht, sagt Bosch.

Fahrstil als Herausforderung

Fahrstil | © panthermedia.net /EpicStockMedia

Fahrstil | © panthermedia.net /EpicStockMedia

 

Laut Bosch haben bisher zwei Faktoren die Reduzierung der NOx-Emissionen bei Dieselfahrzeugen behindert. Der erste davon ist der Fahrstil. Die von Bosch entwickelte technologische Lösung ist ein sehr reaktionsfreudiges Luftstrom-Managementsystem für den Motor. Ein dynamischer Fahrstil erfordert eine ebenso dynamische Abgasrückführung. Dies kann durch den Einsatz eines RDE-optimierten Turboladers erreicht werden, der schneller reagiert als herkömmliche Turbolader.

Mit einer Kombination aus Hoch- und Niederdruck-Abgasrückführung wird das Luftstrom-Managementsystem noch flexibler. Dies bedeutet, dass Autofahrer mit hoher Geschwindigkeit ohne Emissionsspitze losfahren können. Zum anderen muss ein Fahrzeug auch ordentlich gewartet werden, wobei Filter und Verbrauchsteile regelmäßig ausgetauscht gehören. Hochwertiges Zubehör stammt ebenfalls von Bosch, wie man es an dem Beispiel der Glühkerzen schön sehen kann. Es ist wichtig, dass nur beste Ersatz- und Verbrauchsteile zum Einsatz kommen, wenn ein Fahrzeug schadstoffarm fahren können soll.

Thermomanagement reduziert Abgase

Ebenso wichtig ist der Einfluss der Temperatur. Um eine optimale NOx-Umwandlung zu gewährleisten, müssen die Abgase heißer als 200 Grad Celsius sein. Im Stadtverkehr erreichen Fahrzeuge diese Temperatur häufig nicht. Bosch hat sich daher für ein ausgereiftes Thermomanagement für den Dieselmotor entschieden.

Dadurch wird die Abgastemperatur aktiv geregelt, sodass das Abgassystem heiß genug bleibt, um in einem stabilen Temperaturbereich zu funktionieren. Die NOx-Emissionen können jetzt in allen Fahrsituationen unter dem gesetzlich zulässigen Niveau bleiben, unabhängig davon, ob das Fahrzeug dynamisch oder langsam, bei Gefrierbedingungen oder bei sommerlichen Temperaturen, auf der Autobahn oder im verstopften Stadtverkehr betrieben wird.

Optimierung als Schlüssel zum Erfolg

Das neue Dieselsystem von Bosch basiert auf Komponenten, die bereits auf dem Markt verfügbar sind. Es steht den Kunden ab sofort zur Verfügung und kann in Produktionsprojekte eingebunden werden.

Doch Bosch möchte noch etliche Schritte weitergehen. Künstliche Intelligenz soll die Leistung weiter steigern. Trotz des gemeldeten technologischen Fortschritts habe der Dieselmotor noch nicht sein volles Entwicklungspotenzial erreicht, so lautet die Aussage der Bosch Unternehmenssprecher. Bosch möchte nun künstliche Intelligenz nutzen, um auf diesen neuesten Fortschritten aufzubauen.

Dieselmotor ohne Schadstoffemission

Dieselmotor | © panthermedia.net /Krzysztof Zabłocki

Dieselmotor | © panthermedia.net /Krzysztof Zabłocki

 

Als Nächstes soll die Entwicklung eines Verbrennungsmotors folgen, der – mit Ausnahme von CO 2 – praktisch keinen Einfluss auf die Umgebungsluft hat.

„Wir sind fest davon überzeugt, dass der Dieselmotor weiterhin eine wichtige Rolle bei den Optionen für die zukünftige Mobilität spielen wird. Bis die Elektromobilität in den Massenmarkt vordringt, werden wir diese hocheffizienten Verbrennungsmotoren noch benötigen“, so Volkmar Denner.

Denners Ziel für die Bosch-Ingenieure ist die Entwicklung einer neuen Generation von Diesel- und Benzinmotoren, die keine nennenswerten Partikel- oder NO x-Emissionen verursachen.

Transparente Bewertung der CO 2-Emissionen gefordert

Für Bosch ist ein neuer Fokus in der Bewertung von CO 2 und „Well-to-Wheels“ (vom Bohrloch bis zum Reifen) unumgänglich. Verbrauchstests sollen nicht mehr im Labor, sondern unter realen Fahrbedingungen durchgeführt werden.

Jede Beurteilung der CO 2-Emissionen soll sich in Zukunft deutlich über den Kraftstofftank oder die Batterie hinaus erstrecken – ein Ansatz, der den gesamten Lebenszyklus von Well-to-Wheels berücksichtigt.

Bosch fordert auch eine transparente Bewertung der gesamten CO 2-Emissionen des Straßenverkehrs, also nicht nur der Emissionen der Fahrzeuge selbst, sondern auch der Emissionen, die durch die Erzeugung des Brennstoffs oder des für ihren Antrieb verwendeten Stroms verursacht werden.

Ein umfassenderer CO 2-Fußabdruck würde den Fahrern von Elektrofahrzeugen ein realistischeres Bild der Auswirkungen dieser Form der Mobilität auf das Klima vermitteln. Gleichzeitig könnte die Verwendung nicht-fossiler Brennstoffe den CO 2-Fußabdruck von Verbrennungsmotoren weiter verbessern.



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