Migräne | © PantherMedia / AndrewLozovyi

Migräneleiden – Mögliche Gründe und Gegenmaßnahmen

Etwa zwei Drittel der erwachsenen Bundesbürger leiden zeitweilig unter Kopfschmerzen. Von diesen rund 47 Millionen Menschen sind 18 Millionen von Migräne betroffen. Es handelt sich dabei um eine episodische Erkrankung, deren Ursache nicht klar ist. Meist äußert sich eine Migräneattacke durch einseitigen pulsierenden Kopfschmerz. Die Anfälle sind dabei meist so stark, dass Betroffene nicht fähig sind zu arbeiten oder einer sinnvollen Freizeitaktivität nachzugehen. Im Gegensatz zum gemeinen Kopfschmerz gibt es auch keine Medikamente, die schnelle Linderung bringen. Stellt sich eine Attacke ein, gilt es Ruhe zu bewahren und geeignete Hausmittel anzuwenden.



⚠ Mögliche Ursachen für Migräne

Es ist keine eindeutige Ursache für Migräne bekannt. Auch die Auslöser, die zu einer Attacke führen können, sind nicht klar. In Fachkreisen wird Serotonin eine übergeordnete Rolle zugeschrieben. Serotonin ist Gewebshormon und Neurotransmitter. Es wird insbesondere im Gehirn freigesetzt und sorgt für eine Verengung der Blutgefäße. Ein zu geringer Serotoninspiegel führt zur Schwellung der Blutgefäße und könnte Faktor für die Entstehung von Migräneattacken sein. Auch Hormonen wie Östrogen und genetischen Faktoren wird Einfluss auf Migräne nachgesagt.

Symptome von Migräne

Symptome von Migräne | © PantherMedia / AllaSerebrina

Symptome von Migräne | © PantherMedia / AllaSerebrina

Jeder Mensch erlebt eine Migräneattacke unterschiedlich. Die häufigsten Symptome sind pulsierende und einseitige Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Lichtscheu, Übelkeit, Erbrechen, Unwohlsein, Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen und Schwindel. Je nach Individuum können sich auch andere seltenere Symptome einstellen.

Da Schmerzempfinden subjektiv ist, kann man schwer einschätzen, wie sehr jeder Einzelne unter seiner Migräne leidet. In der Regel sind die Symptome aber so stark, dass man direkt Gegenmaßnahmen ergreifen sollte. Dies gilt besonders vor dem Hintergrund, dass eine Attacke bis zu 72 Stunden anhalten kann. Migränekranke erleiden häufig mehrere Anfälle pro Monat. Ist die Erkrankung chronisch, kann es zu bis zu 15 Migräneattacken pro Monat kommen.



➜ Gegenmaßnahmen bei akuter Migräne

Zunächst kann man versuchen, Dinge, die eine Attacke auslösen, zu vermeiden. Da es keinen klaren Auslöser gibt, hilft es, ein Schmerztagebuch zu führen. Häufig erkennt man schon nach wenigen Attacken wiederkehrende Triggerfaktoren, die für das Entstehen einer Attacke mitverantwortlich sein können.

Kommt es zu einer Migräneattacke, sollte man schnell Mittel ergreifen, um den Schmerz erträglicher zu machen. Man sollte einen ruhigen und dunklen Raum – am besten das Schlafzimmer – aufsuchen und sich niederlegen. Jegliche Faktoren, die anstrengend für die Sinnesorgane sind, sollten eliminiert werden. So sollten Smartphone und Fernseher ausbleiben.

Auch kalte Kompressen auf Stirn und Kopf können Linderung bringen. Regelmäßiges Kühlen kann dazu führen, dass die Schwellung und somit auch der Schmerz im Kopf zurückgeht. Beim Anwenden von kalten Kompressen oder „Icepacks“ aus der Apotheke sollte man aber vorsichtig sein. Man sollte immer ein Stück Stoff zwischen dem Kühlmedium und Haut haben und zudem episodisch kühlen. Jede Stunde für 10 Minuten ist ein guter Richtwert.

Viele Migräneleidende berichten, dass auch Koffein helfen kann, die Schmerzen zu lindern. Eine warme Tasse Kaffee mit einem Teelöffel Zitrone lindert die Symptome bei manchen Erkrankten deutlich. Auch sanfte Kopfmassagen können den Schmerz reduzieren.

Wer das erste Mal eine Attacke erleidet oder merkt, dass sich die Symptome deutlich wandeln, sollte zeitnah ärztlichen Rat einholen. Zwar ist Migräne nicht eindeutig diagnostizierbar, doch kann ein Arzt Anhand der typischen Symptome gut einschätzen, ob es sich um Migräne oder gemeinen Kopfschmerz handelt und eine geeignete Therapie empfehlen.