Moderne Väter: Zeit mit den Kindern ist wichtig und jeder Vierte geht in Elternzeit

Der Wunsch von Vätern nach mehr Teilhabe am Leben ihrer Kinder wächst. Daten des Statistischen Bundesamtes haben gezeigt, dass rund 27 Prozent der Väter, deren Kinder zwischen April und Juni 2011 geboren wurden, Elterngeld beziehen.  Jedoch werden Väter, die in Elternzeit gehen immer noch mit vielen Vorurteilen konfrontiert und müssen, wie auch die Mütter, die eine Babypause einlegen, mit Problemen beim Wiedereinstige in den Job rechnen.



Immer mehr deutsche Väter gehen in Elternzeit

Immer mehr deutsche Väter gehen in Elternzeit

Elternzeit für Väter

Seit der Einführung des Elterngeldes 2007 hat sich die Anzahl der Väter, die nach der Geburt eines Kindes in Elternzeit gehen, immer weiter gesteigert. So geht aus den Daten des Statistischen Bundesamtes hervor, dass die Anzahl der Väter in Elternzeit, deren Kinder zwischen April und Juni 2011 geboren wurden, auf 27 Prozent gestiegen ist. Noch 2007 betrug die Zahl der Männer in Babypause nur 18 Prozent. Besonders in  Dresden und Südthüringen nehmen, mit rund 30 Prozent Anteil, Papas gerne die Elternzeit  in Anspruch. Jedoch nutzen die Meisten Männer, nämlich rund zwei Drittel, nur die kürzeste Variante der Elternzeit und verbringen rund zwei Monate mit dem Kind zu Hause. Nur jeder Zehnte bleibt auch wirklich ein Jahr zu Hause, da das Elterngeld  bis zu 14 Monate in Anspruch genommen werden kann und eine Elternzeit bis zu drei Jahre betragen kann. Das liegt in den meisten Fällen auch an der Sorge um den Wiedereinstieg in den Job.

 

Wiedereinstig in den Job und Vorurteile

Zwar können Väter, wie auch Mütter, rechtlich gesehen ohne Probleme die Elternzeit einreichen, jedoch wird die Babypause von vielen Arbeitgebern immer noch nicht gerne gesehen. So müssen sich einige Angestellte von ihren Chefs  unterstellen lassen, dass sie sich nur zusätzlichen Urlaub verschaffen wollen. Eine neue Trendstudie zum Thema „Moderne Väter“ ergab, dass nur rund die Hälfte der Männer in Elternzeit das gefühlt hatte, dass sie von ihren Chefs unterstützt wurden. Wichtig ist, dass Väter das Gespräch mit den Vorgesetzten suchen und diesen ihre genaue Planung offen legen. Im besten Fall wird dazu auch die Partnerin oder der Partner mit einbezogen. Die Elternzeit muss fristgerecht, spätesten sieben Wochen vor Antritt, eingereicht werden.

Konfliktpotential: Job oder mehr Zeit mit den Kindern?

Konfliktpotential: Job oder mehr Zeit mit den Kindern?

 

Väter wollen mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen

Obwohl immer noch viele Väter mit Problemen im Job zu kämpfen haben, wenn sie in Elternzeit gehen wollen und die Babypause  auch in den meisten Fällen eher über einen kurzen Zeitraum nutzen, um wieder schnell in die Arbeitswelt zurück zu kehren, steigt der Wunsch nach mehr Teilhabe am Leben des Nachwuchses. Waren die Väter noch vor einigen Generationen eher wenig am alltäglichen Leben der Kinder beteiligt und überließen die Erziehung viel den Frauen, will die neue Generation der Papas die Entwicklung ihres Nachwuchses hautnah miterleben. So ergab die Trendstudie „Moderne Väter“ der VätergGMBH, bei der rund 1.000 Väter im Alter von 25 bis 45 Jahren aus ganz Deutschland befragt wurden,  dass rund 88,2 Prozent der Väter aktiv das Aufwachsen der Kinder begleiten wollen und sich sogar 91,5 Prozent mehr Zeit für die Familie auch unter der Woche wünschen. Jedoch sorgt der Wunsch nach Selbstverwirklichung im Job versus Familiensinn auch hier wieder für Konfliktpotential.



 

Arbeit versus Familie

Die jungen Väter von heute müssen sich vermehrt mit ihren neuen Rollen auseinandersetzten, denn es geht ihnen nicht mehr nur darum die Brötchen zu verdienen.  So würden rund 51% der Befragten auch Lohneinbußen in Kauf nehmen, um mehr Zeit mit der Familie verbringen zu können. Auch der Umgang im Haushalt hat sich gewandelt, denn rund 88 Prozent der Väter übernehmen, laut der Studie, auch Das Windeln wechseln oder zu Bett bringen der Kinder. Jedoch ist hier auch die Gesellschaft gefragt, denn immer noch stoßen Väter, die sich in der Rolle des Hausmannes wiederfinden, auf Ablehnung. So gelten auch weiterhin viele Betriebe als eher väterunfreundlich und auch Frauen müssen mit den eigenen Vorurteilen gegenüber der Stellung des Mannes als Hausmann kämpfen. Der einzige Weg, um noch mehr Männern die Elternzeit zu ermöglichen und auch die Beziehung der Väter zu ihren Kindern zu stärken, ist aus diesem Grund ein Umdenken von allen Seiten, denn auch Männer sollen die Möglichkeit bekommen in der Vaterrolle aufzugehen und in Zusammenarbeit mit der Partnerin oder dem Partner das Leben der Kinder zu begleiten.

 

 

Die ganze Trendstudie „Moderne Väter“ der Väter gGmbH finden Sie hier. Einen ausführlichen Bericht über das Leben als Vater in Elternzeit bietet auch faz.net.

 

Bild 1: Mila Supinskaya /shutterstock.com, Bild 2: Andrei Vorobiev /shutterstock.com



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