Rueckenschmerzen entstehen oft durch Stress | © panthermedia.net / evgenyataman

Rückenschmerzen durch Stress – was tun?

Rückenschmerzen sind in Deutschland mittlerweile zur Volkskrankheit geworden. Beinahe jeder zehnte Krankschreibungstag hat mit Wirbelproblemen zu tun. Dabei sind nicht nur falsche Haltung und Bewegungsmangel die Ursachen. Oft zählen psychische Probleme, wie Stress zu den Hauptauslösern.

Warum Stress schlecht für den Rücken ist

Besonders Männer sind häufig der Meinung, Rückenprobleme seien physisch bedingt. Allerdings können auch durchaus psychische Belastungen der Auslöser für die Schmerzen sein. Die BGW (Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege) warnt davor, dass bestimmte psychosoziale Beanspruchungen wie Stress Rückenschmerzen auslösen oder bereits vorhandene verschlimmern können.

In einer Studie zeigt die BGW, dass Erzieher und Erzieherinnen, die im Beruf übermäßigen psychischen Belastungen ausgesetzt sind, vermehrt unter Rückenproblemen leiden. Ein Grund dafür liegt in unserer reflektorischen Muskelanspannung bei Stress begraben, die zu schmerzhaften Verspannungen in der Nacken- und Rückenmuskulatur führen kann.

Des Weiteren finden die Betroffenen unter Stress oftmals keine Zeit sich zu entspannen. Besonders schlimm wirken sich die Stresssituationen auf Büroarbeiter aus. So hockt man oft viele Stunden verkrampft am Schreibtisch, in einer ungesunden Haltung, ohne den Muskeln eine Pause zu gönnen. Da Stress zudem auch unzufrieden macht, nimmt die betroffene Person die Schmerzen verstärkt wahr.

Bisher vermuten viele Wissenschaftler, dass fast 80 Prozent der Rückenschmerzen psychosoziale Ursachen haben. Bewiesen ist diese Zahl jedoch noch nicht, denn es ist schwer, zwischen seelischen und körperlichen Ursachen zu unterscheiden. Was man jedoch mit Sicherheit weiß, ist, dass ein entspanntes Arbeitsklima Psyche und Muskeln entspannt.

Ursachen für Stress

Stress kann viele Ursachen haben, besonders in der Arbeit: hohe Ansprüche an Qualität und Quantität müssen erfüllt werden, Zeitdruck, monotone Arbeit oder unklare Abläufe im Betrieb. Dabei ist Stress eigentlich eine natürliche Reaktion des Körpers und galt früher sogar als überlebenswichtig (in manchen Situationen gilt dies auch heute noch). Er steigert Puls und Blutdruck, macht uns leistungsfähiger und die Muskeln spannen sich an.

So gibt es auch den positiven Stress den sogenannten Eustress, der die Aufmerksamkeit fördert ohne dem Körper zu schaden. Eustress motiviert und steigert die Produktivität, damit wir zum Beispiel erfolgreich Aufgaben lösen können.

Was tun gegen den negativen Stress?

Akkupunktur bei Rueckenschmerzen | © panthermedia.net / Wavebreakmedia ltd

Akkupunktur bei Rueckenschmerzen | © panthermedia.net / Wavebreakmedia ltd

Doch es kommt auf die Dosis an, wenn er zu häufig und ohne körperlichen Ausgleich auftritt, ist er als negativer Stress zu betrachten, dem sogenannten „Disstress“ und kann bis zum Burnout reichen. Damit das nicht passiert, gibt es verschiedene Entspannungsmethoden: sich selbst realistische Grenzen und Prioritäten setzen, Meditation, Hypnosetherapie und ausreichend Freizeit einteilen.

Auch Sport bietet sich als perfekte Möglichkeit an, Stress zu vermeiden, denn körperliche Aktivität setzt Glückshormone frei. Außerdem gilt Bewegung als eines der besten Heilmittel für Rückenprobleme.

Massage als effektive Behandlungsmethode

Eine weitere, sehr wirksame Methode, die gegen Rückenschmerzen mit psychischer Ursache hilft, ist vermutlich die Massage. Denn damit schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Die angenehmen Bewegungen entspannen die Muskeln und senken Studien zufolge den Anteil des Stresshormons Cortisol, wie Sie hier auf neckattack.net nachlesen können.

In dem Versuch des Cedars-Sinai Medical Center Los Angeles fand man sogar heraus, dass nach einer 45-minütigen Massage die Anzahl der weißen Blutkörperchen, die für das Abwehrsystem unseres Körpers zuständig sind, im Blut steigt. Gleichzeitig sinkt im Blutspiegel das Hormon, das für aggressives Verhalten verantwortlich ist.

Massage allein heilt Rückenschmerzen nicht

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Bisher wusste man nur, dass professionelle Massagen helfen, den Körper wieder zu entspannen. Auch dass durch verschiedene Hilfsmittel wie Massagebälle die Durchblutung gefördert wird, war bekannt. Dass die Massage aber so viel Positives im Organismus bewirkt, weiß man erst seit kurzem.

Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass eine Massage allein die Rückenschmerzen nicht besiegen kann. Zusätzlich sollten Sie sich ausreichend bewegen oder regelmäßig Sport treiben. Medizinische Sitzkissen helfen ebenfalls gegen einseitige Sitzhaltungen.

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