Chlamydien bleiben oft unerkannt

Die Infektion mit Chlamydien gilt als die häufigste beim Geschlechtsverkehr übertragene Erkrankung in Europa. Die Zahl der mit Chlamydien infizierten Frauen und Männer wird auf europaweit etwa 2,5 Millionen geschätzt, die Dunkelziffer ist weit höher.

Meist sind es junge Frauen, die sich unbemerkt mit einer Infektion durch Chlamydien anstecken. Zwar geht die europäische Gesundheitsbehörde von 2,5 Millionen infizierten Personen aus, die Dunkelziffer liegt allerdings weit höher. Dies hat zwei Gründe.

Zum einen sind Infektionen mit Chlamydien in den meisten europäischen Ländern nicht meldepflichtig. Ein weiterer Grund ist, dass häufig eine Infektion gar nicht bemerkt wird. Zwar gibt es durchaus Symptome, die auf eine Infektion mit Chlamydien hinweisen können, häufig aber werden sie, da sie nur schwach ausgeprägt sind, nicht bemerkt. Teilweise aber auch kann eine Infektion mit Chlamydien fast ohne Symptome ablaufen.

Daher sprechen Ärzte oft von der Chlamydien Infektion als der heimlichen Infektion. Tatsächlich bemerkt durchschnittlich nur jede vierte Frau die Infektion durch die typischen Symptome wie Brennen beim Wasserlassen, Druck in der Blase, diffuse, nicht näher zu deutende Unterleibsschmerzen oder einen leichten vaginalen Ausfluss.

Dabei ist eine Chlamydien Infektion alles andere als harmlos. Auch wenn keinerlei Symptome auftreten, sind die Langzeitfolgen gravierend. Die Infektion an sich zeigt kaum körperliche Auswirkungen und beeinträchtigt die Frau meist nur wenig. Die gravierendste drohende Langzeitfolge der Chlamydien Infektion allerdings ist die Unfruchtbarkeit der Frau.

Die wichtigsten Risikofaktoren für eine Infektion sind dabei wechselnde Sexualpartner und vor allem ungeschützter Geschlechtsverkehr. Daher sind vor allem junge Frauen von einer Infektion betroffen. Für unter 25 jährige gibt es daher die Möglichkeit, sich einmal jährlich auf Chlamydien testen zu lassen. Akute Infektionen lassen sich dabei, bei einer Mitbehandlung des Partners, schnell und erfolgreich mit Hilfe von Antibiotika behandeln.

Bildquelle: aboutpixel.de / Pack ihn aus! © Arnim Schindler

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