Macht das Krankenhaus krank ?

Nach den schockierenden Meldungen über den Tod der drei Frühgeborenen, die an verunreinigter Infusionen gestorben sind, stellt sich die Frage:

Kann ein Krankenhausaufenthalt krank machen ?

Die Zahlen sind schockierend: Bis zu 600.000 Menschen infizierten sich in deutschen Kliniken jährlich mit Krankheitserregern, bis zu 40.000 Patienten sterben jedes Jahr daran.

Experten sind sich einig, dass ein Drittel bis die Hälfte dieser Infektionen verhindert werden könnten.

„Dazu müssten nur einfachste Hygieneregeln eingehalten werden“, sagt Matthias Schrappe, Vorsitzender des Aktionsbündnisses Patientensicherheit.

Dabei liegen die Ursachen auf der Hand  – eine ist der wahllose Einsatz von Antibiotika. Ein Drittel aller Patienten in Kliniken bekommt Antibiotika, viele davon sind unnötig oder falsch gewählt. Resistenzen bilden sich leichter, wenn Antibiotika für zu kurze Zeit oder zu niedrig dosiert gegeben werden.

Nicht nur mangelnde Hygiene oder Unachtsamkeit können Patienten gefährden,  sondern auch spezielle Krankenhauskeime, meist sogenannte Superbakterien – also Bakterien, die durch Genmutationen resistent gegen fast alle gängigen Antibiotika geworden sind. Für ohnehin geschwächte Patienten oder Kinder ist das besonders gefährlich.

Ein weiterer Grund ist die Nachlässigkeit der Mediziner. Ärzte und Pfleger müssen Hygienerichtlinien besser kennen oder besser anwenden. Der Mangel zeigt sich auch in den unterschiedlichen Infektionsraten der Kliniken.

Hygiene ist aber nicht nur ein essenzielles Thema in den Krankenhäusern, sondern auch in den Apotheken der Kliniken. Die Infusionen, welche die Säuglinge in Mainz erhalten hatten, stammten aus solch einer hauseigenen Apotheke.

In diesem Bereich gibt es keine gesetzlichen Hygienevorgaben des Bundes. „Krankenhausapotheker folgen Standardverfahrensanweisungen, außerdem geht man als Apotheker nach dem Stand von Wissen und Technik vor“, sagt der Vizepräsident des Bundesverbands Deutscher Krankenhaus-Apotheker, Torsten Hoppe-Tichy.

Die Suche nach der Ursache der Verkeimung wird im Moment in der Mainzer Klinik noch gesucht, die Problematik der Hygiene bleibt aber an allen Krankenhäusern weiter bestehen.

Quelle: www.sueddeutsche.de

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